Treue wird immer wichtiger
Die große Liebe ist in Gefahr

Beziehungen halten heutzutage oft nur kurz, die Ansprüche an die Partnerschaft sind vielfach extrem gestiegen.

HB HAMBURG. Das Liebesglück hält bei vielen Paaren immer kürzer. Treue aber ist wichtiger geworden. „Die Ansprüche an die Partnerschaft sind enorm gestiegen, die Zahl der Trennungen auch“, sagt Gunter Runkel, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS).

Treue, toller Sex, romantische Liebe – für Trendforscher Andreas Steinle ist „die glückliche Paarbeziehung die letzte Großutopie“. Er sieht den Stellenwert der Liebesträume angesichts anderer Unwägbarkeiten gewachsen, wegen unsicherer oder unbefriedigender Jobs etwa. Das ganze Sexleben hat sich durch die gesellschaftlichen Umbrüche verändert. „Beispielsweise haben die Menschen heute viel höhere Orgasmuserwartungen“, sagt DGSS- Präsident Runkel. Experimentierfreude, Spontanität, verschiedene Techniken – in sexueller Hinsicht sind die Sehnsüchte riesig.

Auch auf innere Werte wird stärkster Wert gelegt. „Die allermeisten sind treu“, sagt etwa der Leipziger Sexualwissenschaftler Kurt Starke. „Die Seitensprungrate ist niedrig.“ Zwar hätten ein bis zwei Fünftel der Menschen schon einmal ihre Partner betrogen. Doch für die wenigsten seien Seitensprünge oder schnell wechselnde Sex-Beziehungen besonders wichtig im Leben.

Doch gerade weil alles stimmen soll, ist die Liebe in Gefahr. „Viele sind dann nicht bereit, Probleme langfristig zu bearbeiten, sondern trennen sich lieber“, sagt Runkel. „Die 30-Jährigen hatten im Durchschnitt heute schon mehr feste Beziehungen in ihrem Leben als heute 60-Jährige“, hat Starke ermittelt. Monogamie ja – aber seriell, wie es die Soziologen nennen.

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