Trinkwasser ist ungenießbar
Das Aufräumen nach „Isabel“ geht weiter

Drei Tage nach dem Hurrikan „Isabel“ an der US-Ostküste leiden noch mehrere Millionen Menschen unter den Folgen des Orkans. Zwei Millionen Haushalte sind weiter ohne Strom.

HB WASHINGTON. Das Trinkwasser für etwa eine Million Menschen war nicht genießbar. Die Zahl der Opfer stieg einem Bericht des US- Nachrichtensenders CNN zufolge bis Sonntag auf 31. US-Präsident George W. Bush erklärte nach den US-Bundesstaaten North Carolina, Virginia, Maryland und Delaware auch die Hauptstadt Washington zum Katastrophengebiet. Die Behörden der betroffenen Gebiete sowie Privatpersonen und Unternehmen haben damit Anspruch auf finanzielle Bundeshilfen.

Die meisten Todesopfer hatte Virginia zu beklagen. Während des Orkans waren viele Menschen bei Unfällen und durch umgestürzte Bäume ums Leben gekommen. Am Wochenende wurden mehrere Menschen - auch Einsatzkräfte der Energieunternehmen - von blank liegenden Stromleitungen oder von giftigen Abgasen benzinbetriebener Notstromaggregate getötet.

Zeitweise bildeten sich lange Schlangen vor den Geschäften, in denen Trockeneis für lahm gelegte Kühlschränke, Trinkwasser und Batterien an die Bevölkerung ausgegeben wurden. Örtliche Zeitungen berichteten von zornigen Bürgern, die nicht verstehen wollten, warum auch Tage nach dem Hurrikan die Energieversorgung nicht funktionierte.

In der Küstenregion standen noch immer viele Orte und Stadtteile unter Wasser. Besonders betroffen war die Inselgruppe der Outer Banks sowie die Städte Baltimore, Annapolis und Alexandria nahe Washington. In mehreren Orten blieb nachts die Ausgangssperre vor allem wegen der Furcht vor Plünderungen bestehen.

Tausende Katastrophenhelfer arbeiten fieberhaft

In allen Katastrophengebieten arbeiteten viele tausend Einsatzkräfte der Energieunternehmen fieberhaft an der Reparatur beschädigter Leitungen und dem Wiederaufrichten umgestürzter Masten. Der Sprecher der Elektrizitätsgesellschaft Pepco sprach im Radio von „mehreren Tagen, wenn nicht einer Woche“, bis in Maryland und Washington alle Probleme gelöst seien. Zeitweise waren etwa sechs Millionen Haushalte, Büros und Geschäfte im Osten Amerikas von der Stromversorgung abgeschnitten.

Über eine Million Menschen in North Carolina mussten auch am Samstag ihr Leitungswasser vor dem Genuss abkochen. Die Behörden hatten die Bürger zu dieser Vorsichtsmaßnahme aufgerufen, weil eine Verschmutzung der Trinkwasser-Reservoire und der Leitungen nicht ausgeschlossen werden konnte.

Auch am Sonntag wurden überall die Aufräumarbeiten fortgesetzt, da noch immer zahlreiche Straßen blockiert waren. Auch die Verkehrsampeln funktionierten vielerorts noch nicht. Für Montag befürchtete die Stadtverwaltung von Washington große Verkehrsprobleme, falls es nicht gelinge, Straßen wieder für den Verkehr freizugeben und Ampelanlagen zu reparieren.

Obwohl der Schaden von Experten auf zwei Milliarden Dollar (etwa 1,8 Milliarden Euro) geschätzt worden war, sprachen die Behörden laut CNN von einem noch relativ geringen Schaden, weil der Hurrikan recht schnell übers Land gezogen sei. Virginias Gouverneur Mark Warner allerdings nannte „Isabel“ den „wahrscheinlich schlimmsten“ Hurrikan für seinen Bundesstaat „in einer ganzen Generation“.

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