Trittin befürwortet Geflügel-Impfung
Vogelgrippe hat Schweden erreicht

Großbritannien, Kroatien, Russland, Rumänien und nun auch Schweden - der Vogelgrippevirus breitet sich über ganz Europa aus. Deutschland ist noch nicht betroffen, doch die Vorbereitungen für den Ernstfall laufen. Über das Wie herrscht aber Streit.

HB DÜSSELDORF. In Schweden ist eine Ente an Vogelgrippe eingegangen. Wie das nationale Veterinär-Institut am Samstag mitteilte, ist es jedoch noch zu früh zu sagen, um welchen Virus-Typ es sich handele. Ob es möglicherweise die auch für den Menschen gefährliche Virus-Variante sei, müssten Tests ergeben, deren Ergebnisse erst Sonntagnachmittag vorlägen.

Am Mittwoch hatten die russischen Behörden das Auftreten des auch für den Menschen gefährlichen H5N1-Virus in Geflügel in der rund 220 Kilometer südlich von Moskau gelegenen Region Tula gemeldet. Seit dem ersten Auftreten der Krankheit Mitte Juli sind in Russland rund 600 000 heimische Vögel geschlachtet worden. In Kroatien begannen die ersten vorsorglichen Massenschlachtungen von Vögeln, nachdem der Erreger in Schwänen nachgewiesen worden war. Auch in Großbritannien wurde bei einem in Quarantäne verendeten Papagei die Vogelgrippe diagnostiziert. An der seit 2003 in Asien grassierenden Vogelgrippe sind bislang mehr als 60 Menschen gestorben.

Nachdem in den letzten Tagen Verdachtsfälle nur noch im europäischen Teil Russlands aufgetreten waren, bestätigte ein Sprecher des lokalen Zivilschutzes am Samstag, dass im Dorf Sunaly sechs untersuchte Vögel an der Vogelgrippe gestorben seien. In keinem Fall steht bisher jedoch fest, ob es sich um das auch für Menschen bedrohliche Virus H5N1 handeln könnte.

Die gefährliche Variante war in der 300 Kilometer südlich von Moskau gelegenen Ortschaft Jandowka und im rumänischen Donaudelta nachgewiesen worden. In Jandowka hatten Mitarbeiter des Katastrophenschutzes bis zum Donnerstagabend sämtliche Vögel getötet, um ein Ausbreiten der Krankheit zu verhindern. Kein Mensch sei infolge der Vogelgrippe erkrankt, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörden. Am Freitag wurde auch aus einem Dorf in der Nähe von Rostow am Don, rund 600 Kilometer südlich der russischen Hauptstadt Moskau, ein verdächtiges Massensterben von Enten gemeldet.

Zum Schutz vor der Vogelgrippe gilt seit Samstag in ganz Deutschland ein Freilaufverbot für Geflügel, das auch kontrolliert werden soll. Denn Experten fürchten, dass Zugvögel das heimische Geflügel mit dem gefährlichen Erreger infizieren könnten. Der Verband der niedersächsischen Geflügelwirtschaft kritisierte, die Maßnahmen kämen zu spät, weil der Vogelzug längst eingesetzt habe. Auch die Schweiz kündigte jetzt an, dem heimischen Geflügel Hausarrest zu erteilen und folgte damit dem Beispiel Deutschlands, Österreichs, Polens und der Niederlande.

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