Tropenstürme
Mindestens 97 Tote bei Unwettern in Mexiko

Hurrikan „Ingrid“ und Tropensturm „Manuel“ hinterlassen in Mexiko eine Spur der Verwüstung. Ganze Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten. Auch deutsche Touristen sitzen fest. Die Opferzahlen steigen.
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Mexiko-StadtBei den schweren Unwettern in Mexiko steigt die Zahl der Todesopfer weiter. Bislang seien 97 Menschen ums Leben gekommen, sagte der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, am Donnerstag im Fernsehsender Foro TV. Weitere 68 Menschen würden noch immer vermisst, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong im Sender Radio Formula. Die meisten Opfer registrierten die Behörden in den Bundesstaaten Guerrero im Westen und Veracruz im Osten des Landes.

Unterdessen ist Hurrikan „Manuel“ am Donnerstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern über den Nordwesten von Mexiko hinweggezogen. Starker Regen ließ im Bundesstaat Sinaloa die Flüsse über die Ufer treten, Bäume stürzten um und Stromleitungen wurden gekappt.

Teile der Ortschaft San Ignacio waren von der Außenwelt abgeschnitten, wie örtliche Medien meldeten. Mehrere Dörfer seien evakuiert und rund 700 Menschen in Sicherheit gebracht worden, berichtete die Zeitung „El Universal“. Auch in den Nachbarstaaten Nayarit, Sonora, Chihuahua und Durango sowie im Süden von Baja California sei mit heftigen Niederschlägen zu rechnen, teilte der Wetterdienst mit.

In den vergangenen Tagen hatten heftige Tropenstürme im Osten und Westen Mexikos schwere Verwüstungen angerichtet. Mindestens 81 Menschen seien bislang ums Leben gekommen, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am Donnerstag im Radiosender MVS. Landesweit wurden demnach 49 000 Menschen in Sicherheit gebrach.

Im besonders stark betroffenen Bundesstaat Guerrero an der Pazifikküste wurden noch 58 Menschen vermisst, wie Präsident Enrique Peña Nieto sagte. Aus dem abgelegenen Dorf La Pintada seien 337 Menschen von den Rettungskräften geborgen worden, sagte Osorio Chong. Bei einem Erdrutsch waren dort am Sonntag 30 Häuser verschüttet worden. Tagelang war die Ortschaft von der Außenwelt abgeschnitten.

In Mexiko-Stadt richtete das Rote Kreuz eine Sammelstation für Spenden ein. Die Bewohner der Hauptstadt wurden aufgerufen, Lebensmittel und Hygieneartikel für die Bewohner der Katastrophengebiete abzugeben.

Die Streitkräfte setzen ihre Aufräumarbeiten in den Katastrophengebieten unterdessen fort. Die Behörden hofften, bis Freitag zumindest die Autopista del Sol zwischen Mexiko-Stadt und Acapulco wieder freizubekommen, um Hilfsgüter in den auf dem Landweg bislang abgeschnittenen Badeort bringen zu können.

Zunächst mussten allerdings Tausende Touristen Acapulco über eine Luftbrücke verlassen. Bis zum Donnerstagmittag (Ortszeit) wurden 11 500 Touristen mit Militär- und Linienmaschinen nach Mexiko-Stadt ausgeflogen, wie das Innenministerium mitteilte.

„Es halten sich auch einige wenige Deutsche in dem Katastrophengebiet auf“, sagt der Sprecher der deutschen Botschaft in Mexiko, Christoph Breunig. „Wir stehen mit ihnen in Kontakt.“

Der Großteil der Touristen stammt offenbar aus Mexiko-Stadt. Viele Menschen hatten das verlängerte Wochenende des mexikanischen Unabhängigkeitstags am Montag für einen Kurzurlaub genutzt. Zahlreiche Hotels in Acapulco waren nach dem Sturm ohne Strom und Wasser.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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