Tropische Regenfälle verschlechtern die Lage der Überlebenden
Zahl der Todesopfer in Birma sprunghaft gestiegen

In Birma ist die Zahl der Opfer des Zyklons „Nargis“ nach jüngsten offiziellen Angaben sprunghaft gestiegen. Das staatliche Fernsehen sprach am Freitag von 77 738 Toten im dicht besiedelten Irrawaddy-Delta. Zuletzt war von 43 328 Toten die Rede gewesen. Die Zahl der Vermissten verdoppelte sich dem Bericht zufolge auf fast 56 000.

rtr RANGUN. Gut 19 350 Menschen seien verletzt worden. Unabhängige Experten rechnen indes mit einem weiteren Anstieg. Britische Vertreter gehen von über 200 000 Toten und Vermissten aus.

Tropische Regenfälle verschlechterten die Lage der 2,5 Mill. Überlebenden weiter. Die Niederschläge bremsten die Hilfsbemühungen der Militärjunta. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wiesen darauf hin, dass anhaltender Regen viele Menschen erneut zur Flucht zwingen und die Gefahr von Seuchen erhöhen könnten.

Die Militärjunta warnte in den staatlichen Zeitungen die Bevölkerung davor, Hilfslieferungen beiseitezuschaffen oder zu verkaufen. Derartige Vergehen würden streng bestraft. Die Ankündigung war die Reaktion auf Gerüchte, dass einige örtliche Militärangehörige Lastwagen mit Lebensmitteln, Decken und Wasser verschwinden ließen. Die Regierung ließ trotz internationalen Drucks bislang nur wenige ausländische Helfer ins Land.

Der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz rief die die UN trotz chinesischer Ablehnung dazu auf, die Haltung der birmanischen Regierung im Sicherheitsrat zu behandeln. Die Weigerung der Junta, ausländische Helfer ins Land zu lassen, gehöre vor den UN-Sicherheitsrat, sagte der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses in Berlin. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sei aufgerufen, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen, damit ständige Ratsmitglieder wie China oder Russland ihre Ablehnung begründen müssten. Das Nein Birmas zu ausländischen Helfern sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sagte Polenz.

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