Trotz Aufschwung im Bäckerhandwerk
Brot wird teurer

Brot und Brötchen werden teurer. Hintergrund sind unter anderem Energiepreissteigerungen in den vergangenen Jahren, Ernteausfälle und die Verteuerung des Mehls. Abgesehen davon enspricht diese Entwicklung jedoch nicht der generellen Situation im Bäckerhandwerk.

HB BERLIN. Die Verbraucher müssen sich auf einen „moderaten Preisanstieg“ von bis zu fünf Prozent einstellen, wie der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks am Donnerstag in Berlin erklärte. „Ohne Preisanpassung wird es in diesem Jahr nicht möglich sein“, sagte Verbandspräsident Peter Becker.

Der Preisanstieg des Mehls habe allein 2006 bei 20 Prozent gelegen. Erwartete Ernteausfälle sowie die zunehmende Nutzung von Getreide als Heizenergiequelle verknappten das Angebot, sagte Becker. Wie sich dies genau auf die Preise auswirke, müsse man abwarten. Derzeit seien die Erträge der Bäckereien wegen der Kostensteigerungen nicht zufrieden stellend.

Grundsätzlich geht es dem Bäckerhandwerk aber gut, und es profitiert auch von der guten Konjunktur, wie Becker betonte. Die Branche, die 2006 11,88 Milliarden Euro umsetzte, verzeichnete auch im ersten Quartal einen Umsatzzuwachs um rund 1,5 Prozent. „Der wirtschaftliche Aufschwung ist für die Handwerksbäcker ebenso zu spüren wie das steigende Bewusstsein unserer Kunden für gesunde Ernährung“, freute sich Becker.

Auch der Trend zur „Abbackstation“ in Supermärkten oder bei Discountbäckern ist aus Sicht des Verbands gebrochen. Die Zahl der Bäckerbetriebe sank zwar weiter - um 2,7 Prozent auf 16.280. Die Marktanteile der Handwerksbäcker seien seit 2006 in etwa stabil verteilt, berichtete der Verbandspräsident. Noch 2003 und 2004 hatten die traditionellen Bäcker spürbar Kunden an die Billigkonkurrenz verloren. Inzwischen seien wieder mehr Menschen überzeugt, dass Vielfalt und Auswahlmöglichkeit in kleinen Läden auch Lebensqualität bedeute, meinte Becker.

Die gute Lage vieler Bäcker spiegelt sich auch in der Zahl der Ausbildungsplätze wider. So werden derzeit 36 209 junge Leute zu Bäckern und Bäckereifachverkäuferinnen ausgebildet, 4,1 Prozent mehr als 2005. Im kommenden Ausbildungsjahr sollen es in etwa wieder so viele sein, wie Becker sagte.

Kritik an Verpackungsverordnung

Empört zeigte sich der Verband über Pläne der Bundesregierung, für Brötchentüten und Kuchenpackpapier künftig Lizenzgebühren für den Abfallentsorger Grüner Punkt einzuführen. Tatsächlich landeten 90 Prozent dieser „Serviceverpackungen „ für Frischware im Hausmüll, für den die Verbraucher ohnehin schon Gebühren zahlten. Die Lizenzabgabe wäre also ein „reines Abkassieren ohne Gegenleistung“, meinte Becker. Er forderte die Politik auf, die Lizenzabgabe für Bäcker auf höchstens 30 Prozent des normalen Werts zu begrenzen. Die Gesamtlasten für das Bäckerhandwerk bezifferte er auf etwa 20 Millionen Euro.

Auch das geplante Verbraucherinformationsgesetz hält der Verband für überflüssig. Hauptgeschäftsführer Eberhard Groebel kritisierte, die gesamte Lebensmittelbranche werde unter den Generalverdacht gestellt, ihren Kunden minderwertige Ware zu verkaufen. Tatsächlich gehe es aber nur um einige „Ekel erregende Einzelfälle“, meinte Groebel.

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