Trotz Beurlaubung
Neuer 5er-BMW für Tebartz-van Elst bestellt

Ein BMW mit Sonderausstattung: Bereits in der päpstlich verordneten Auszeit für Bischof Tebartz-van Elst ist für das Bistum Limburg ein Dienstwagen bestellt worden. Jetzt ist klar, wer den Auftrag unterschrieben hat.
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Limburg/DüsseldorfDas Bistum Limburg kommt nicht zur Ruhe. Selbst nach dem Rücktritt des Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst in Folge des Prüfungsberichtes zu den explodierten Baukosten ist bekannt geworden, dass für das Bistum ein neuer Dienstwagen bestellt wurde: ein 5er-BMW mit exklusiver Ausstattung, ausgeliefert voraussichtlich im Mai. Allein das Modell mit Grundausstattung kostet 40.000 Euro.

Der Wagen wurde im Januar 2014 bestellt. Damals war Tebartz-van Elst bereits vom Papst seit Oktober beurlaubt gewesen. Weder der damalige Generalvikar Wolfgang Rösch, der an Tebartz-van Elsts Stelle das Bistum leitete, noch die Finanzverwaltung hätten von diesem Vorgang gewusst, sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle. Erst durch eine Anfrage des Kölner Stadtanzeigers hätten Rösch und der neu eingesetzte apostolische Administrator Manfred Grothe davon erfahren.

Der Bestellung liegt ein Leasingvertrag zugrunde, der in jährlichem Turnus zu erneuern war. „Unterschrieben hat ihn ein Mitarbeiter“, sagt Schnelle gegenüber Handelsblatt Online. Ob Tebartz-van Elst den Mitarbeiter anwies, den Vertrag zu erneuern oder dieser das aus eigenen Erwägungen tat, ist noch nicht geklärt.

Der Vertrag sei direkt vom Bischöflichen Stuhl abgeschlossen worden, unterzeichnet von dem Mitarbeiter unter dem Vermerk „Im Auftrag des Bischofs“. Eine Einweisung dazu dürfte Tebartz-van Elst wegen seiner Beurlaubung nicht geben. Ob er das allerdings überhaupt tat, ist unklar.

„Fest steht: Es war turnusmäßig dran, diesen Vertrag zu erneuern“, sagt Schnelle gegenüber Handelsblatt Online. „Über die Motivation des Mitarbeiters können wir noch nichts sagen.“ Grothe und Rösche würden dahingehend aber mit dem Mann das Gespräch suchen und diese Dinge aufarbeiten.

Das bischöfliche Ordinariat verfügt noch über zwei VW Passats als Dienstwagen. „Die Leasingverträge für die Passats laufen im Sommer aus“, sagt Schnelle. Sollte sich der Vertrag für den BMW als bindend erweisen, würde das Bistum ihn erfüllen, im Gegenzug aber auf einen der Volkswagen verzichten.

Wie hoch die monatliche Rate für den BMW sein wird, wollt er nicht sagen. Das Modell ist allerdings unter 400 Euro monatlich kaum zu haben.

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Neuer 5er-BMW für Tebartz-van Elst bestellt

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Gibt seinem Generalvikar die Schuld

Kommentare zu " Trotz Beurlaubung: Neuer 5er-BMW für Tebartz-van Elst bestellt"

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  • Der Verdacht liegt sehr nahe, dass im Bistum ein Maulwurf die Presse mit Neuigkeiten und insbesondere mit Schlagzeilen versorgt.

    Wie werden die Informanten von der Presse bei Laune gehalten? Bezahlung, Gefälligkeiten? Hass?

  • @mark56
    Gerne möchte ich ein Foto von Ihnen sehen. Der Bischof hat ein Augenleiden. Deshalb die extrem geschliffenen Gläser. Es gibt "Schönlinge" die ich kenne; die Seele aber ist grauenhaft. Sonderbar, dass ihr Kommentar veröffentlicht wurde. Mit der Sache hat er nämlich nichts zu tun!

  • in der Regel ist der Generalvikar für "weltliche" Verträge zuständig. Wenn der alte Vertrag ausgelaufen ist, muss ein neuer her. Der zukünftige Bischof von Limburg muss ja auch einen fahrbaren Untersatz habe.

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