Trotz „Concordia“-Havarie: Kreuzfahrten bleiben bei Deutschen beliebt

Trotz „Concordia“-Havarie
Kreuzfahrten bleiben bei Deutschen beliebt

Nach dem „Concordia“-Unglück befürchteten die Kreuzfahrtreedereien, dass die Passagiere ausbleiben würden. Ein Jahr nach der Havarie erweist sich diese Sorge als unbegründet – die Nachfrage hat sogar zugelegt.
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HamburgKreuzfahrten stehen bei den Deutschen trotz der Havarie der „Costa Concordia“ weiter hoch im Kurs. Der Deutsche Reise-Verband (DRV) rechnet für 2012 mit einem hohen einstelligen prozentualen Zuwachs. Die Buchungen für 2013 liegen noch einmal höher, wie es hieß. Genaue Zahlen legt der Verband im März zur Reisemesse in Berlin vor.

„Der befürchtete Einbruch bei den Passagierzahlen ist nicht eingetreten, die Ziele und Planungen der Reedereien für das Jahr 2012 wurden erfüllt“, sagte der Chef der Kreuzfahrtreederei TUI Cruises, Richard J. Vogel, vor wenigen Wochen.

Die Havarie Anfang Januar habe zu einer kurzfristigen Zurückhaltung bei den Kunden geführt, doch der Markt habe sich in den darauf folgenden Wochen sehr schnell wieder erholt. 2013 laufen sechs neue Riesen-Kreuzfahrtschiffe vom Stapel, ein weiterer Hinweis auf die Geschwindigkeit des Wachstums.

Die Kreuzfahrtbranche hatte 2011 mit etwa 1,8 Millionen Gästen 2,4 Milliarden Euro Jahresumsatz erzielt. 1,4 Millionen Gäste machten eine Hochseekreuzfahrt, fast 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist Deutschland der drittgrößte Hochsee-Kreuzfahrtmarkt weltweit nach den USA und Großbritannien. Die Veranstalter von Flusskreuzfahrten meldeten 6,7 Prozent mehr Buchungen und zählten knapp 462.000 Gäste.

Das Potenzial für noch mehr Gäste ist trotz der Zuwächse nach Einschätzung des DRV noch hoch: Erst 1,5 Prozent aller Deutschen hätten bereits eine Kreuzfahrt unternommen.

Die Branche hat längst ihr Luxus-Image abgeworfen: Es gibt inzwischen Kreuzfahrten für Hardrock-Fans, für Familien, für Feierwütige und andere Interessensgruppen. Daneben läuft weiter die klassische Luxuskreuzfahrt mit Schiffen wie der „MS Deutschland“ oder der „Europa“.

Außerdem stützt die immer ältere Gesellschaft in Deutschland das Geschäft. Gerade für gut versorgte ältere Leute sind Kreuzfahrten ideal: Sie sparten sich bei Rundreisen die Mühe der Hotelwechsel und Fahrerei, kommen aber trotzdem herum.

In Deutschland profitieren neben den Veranstalter wie TUI, Aida-Cruises oder Carnival auch andere Wirtschaftszweige vom Kreuzfahrtboom. Die Meyer-Werft in Papenburg mit 2.500 Mitarbeitern ist eine der besten Adressen für den Bau der schwimmenden Hotels.

Und die Häfen in Hamburg, Kiel und Rostock sind beliebte Anlaufpunkte der Riesen bei Nord- und Ostseerundfahrten - und bringen Millionenumsätze für Restaurants, Servicebetriebe und den Einzelhandel.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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