Truppen in Afghanistan
Bundeswehr geht bei Tchibo auf Einkaufstour

Die für den Schutz des neuen Bundeswehr- Lagers im nordafghanischen Masar-i-Scharif zuständigen deutschen Soldaten sind lückenhaft ausgerüstet.

HB MASAR-I-SCHARIF. So muss eine Spezialeinheit, die im Umfeld des Camps Marmal Patrouillen fährt und Aufklärungsarbeit leistet, ein Fernrohr von Tchibo nutzen. Das so genannte Spektiv - das weitaus stärker vergrößert als ein Fernglas und bei der Kaffeerösterkette für 89,90 Euro erhältlich ist - hat der Patrouillenführer aus eigener Tasche bezahlt und selber mitgebracht. Dabei sollte das Fernrohr zur Standardausrüstung der Einheit gehören, die schon seit Januar vor Ort ist und bald wieder abgelöst wird.

So verhält es sich auch mit Tarnanzügen: Die kauften die Männer der Spezialeinheit, die auf ihren Einsätzen bei Masar-i-Scharif einem erheblichen Risiko ausgesetzt sind und von denen die Sicherheit im Lager maßgeblich abhängt, im Outdoor-Shop in Deutschland - wieder auf eigene Rechnung. Allerdings: Mit der Ausrüstung, die die Bundeswehr ihren Soldaten zur Verfügung gestellt hat - etwa hochmoderne Ferngläser, Nachtsichtgeräte und Gewehre -, könne man sich durchaus mit Soldaten anderer westlicher Nationen in Afghanistan messen, heißt es.

Die Bundeswehr baut in Masar-i-Scharif derzeit ihr größtes Feldlager außerhalb Deutschlands auf. Momentan sind rund 600 deutsche Soldaten dort stationiert, später sollen es 1700 werden. Im Juni soll die Bundeswehr das Kommando über die internationale Schutztruppe ISAF in ganz Nordafghanistan übernehmen. Die Lage in Masar-i-Scharif ist laut Bundeswehr „nicht ruhig und nicht stabil“.

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