Tsunami-Katastrophe auf Java
Nichts als Trümmer im javanesischen Pangandaran

Als die deutsche Ärztin Gudrun Müller vom Malteser Hilfsdienst das Tsunami-Gebiet erreicht, findet sie im Ferienort Pangandaran, der von der Katastrophe am schlimmsten betroffen ist, nichts als Trümmer. Es ist „schlimmer als befürchtet“, sagt sie.

HB PANGANDARAN/HAMBURG. „Kein Wasser, kein Strom, keine sanitären Anlagen und nur wenig Nahrung.“ So schildert die deutsche Ärztin Gudrun Müller vom Malteser Hilfsdienst die Lage im Katastrophengebiet auf der indonesischen Insel Java. Bei Dämmerung erreichte sie am Dienstag gegen 20.00 Uhr Ortszeit die am schlimmsten betroffene Stadt Pangandaran. Dort, wo sonst Touristen das Strandleben genießen, fand Gudrun Müller nichts als Trümmer. Erste Station für die Helferin und ihre Mitarbeiter: Ein Flüchtlingslager auf einem kleinen Hügel, wenige Kilometer von der Stadt entfernt.

„Etwa 2000 bis 3000 Menschen sind hier untergebracht“, berichtet die Ärztin. „Es ist schwer, eine Übersicht zu bekommen.“ Schon während der Anfahrt musste sie eine verletzte Frau versorgen. „Sie war im sechsten Monat schwanger. Vermutlich als ihr Haus zusammenbrach, wurde sie von einem Balken getroffen und am Bauch verletzt. Außerdem hatte sie einen gebrochenen Fuß.“ Als Sofortmaßnahme verabreichte die Medizinerin ihr ein Schmerzmittel.

„Es ist schlimmer als erwartet“, sagt die erfahrene Katastrophenhelferin, die am Morgen mit einem Kleinbus von ihrem bisherigen Stützpunkt in Yogyakarta aufgebrochen war. Dort sind die Malteser bereits seit dem Erdbeben vor zwei Monaten im Einsatz. „Viele Menschen sind nicht nur verletzt - sie haben auch noch Angehörige oder Bekannte verloren und sind traumatisiert.“

Bevor die deutschen Helfer ihre Arbeit systematisch beginnen konnten, musste Gudrun Müller am Dienstag zunächst Kontakt mit den einheimischen Behörden und anderen Helfern aufnehmen. „Aber das ist im Augenblick noch alles ungewiss. Vor allem wegen der Dunkelheit ist es schwer, ein genaues Bild zu bekommen. In der Umgebung sollen zwei Krankenhäuser sein. Aber wie es aussieht, sind sie bis zu 60 Kilometer entfernt“, berichtet sie.

Wie lange das Team allein am Dienstag noch auf den Beinen sein würde, wusste Müller am Abend noch nicht. „Noch ist auch ungewiss, wo wir übernachten können. Aber da werden uns die örtlichen Behörden helfen“, meint sie zuversichtlich.

Bereits seit dem Tsunami vom 26. Dezember 2004 sind die Malteser in Indonesien tätig. In der Provinz Aceh auf der Insel Sumatra helfen sie beim Wiederaufbau mehrerer Dörfer und der Gesundheitseinrichtungen.

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