Tsuro
Spüre die Enge

Viele Spieleabende scheitern schon an der Zahl der Beteiligten: Entweder sind Spiele für zwei Gegner konzipiert oder für eine Runde von drei oder vier Mitspielern. Für fünf oder sechs geht manch ein Spiel noch mit Erweiterung. Dann aber sieht es mager auf auf dem Markt. Tsuro jedoch geht auch mit acht Spielern - und das schon seit langer Zeit.

DÜSSELDORF. Wenn wir einen Blick auf die Spiele der vergangenen zehn oder zwanzig Jahre werfen, entdecken wir eine erstaunliche Entwicklung. Die Mechanismen sind raffinierter geworden, bewegliche Spielpläne haben Einzug gehalten, statt nur einen Weg zu verfolgen müssen wir gleich mehrere Handlungsstränge im Auge behalten. Ganz klar: Die Qualität der Spiele hat erheblich zugenommen Dass aber auch schon in den 70er Jahren grandiose Spiele entstanden sind, zeigt die aktuelle Neuerscheiung „Tsuro“ im Kosmos-Verlag.

Kosmos hat mit Tsuro ein Spiel ins Programm genommen, das der Amerikaner Tom McMurchie bereits 1974 entwickelt hat. Trotz des Alters und des einfachen Mechanismus wirkt das Spiel auch heute noch modern. Die Regeln sind ganz einfach: Mit unseren Figuren bewegen wir uns über das zu Beginn leere Spielfeld. In jedem Zug wählen wir eine von drei Karten, mit der wir den Weg verlängern, auf dem sich unsere Figur gerade befindet.

Ziel ist es, so lange wie möglich auf dem Brett zu bleiben. Mehr müssen wir nicht tun. Das klingt einfach, und eigentlich ist es das auch. Eigentlich. Doch der Platz auf dem Spielfeld wird enger, und auch gegnerische Karten sind geeignet, uns vom Feld zu kicken, denn sie zeigen mehrere Wege. Und einer davon kann für uns das Aus bedeuten. Verlässt unsere Figur nämlich das Feld, sind wir raus aus dem Spiel.

Schon in der ersten Runde zeigt sich die Dynamik des Spiels. Während in den ersten Zügen alle noch ihre eigenen Wege verfolgen können, kommt es schon bald zu ungewollten Begegnungen. Dass diese selten angenehm verlaufen, erklärt sich fast von selbst. Schließlich ist jeder der bis zu acht Spieler primär um das eigene Überleben bemüht. Gegner werden da bei jeder sich bietenden Möglichkeit ausgeschaltet. Und so kann es leicht vorkommen, dass ein Spieler nur noch zuschauen kann, wie innerhalb weniger Züge die eigene Figur konsequent vom Brett geführt wird. Er selber kommt dann eventuell gar nicht mehr an die Reihe.

Tsuro ist ideal für den Auftakt eines Spieleabends geeignet. Es ist schnell erklärt, ebenso schnell gespielt und reizt zu der ein oder anderen Wiederholung. Trotz der einfachen Regel hat es eine erstaunliche Spieltiefe – obwohl wir oft hilfloses Opfer unserer Gegner sind, haben wir doch noch immer so viele Einflussmöglichkeiten, dass wir uns nicht ganz vom Zufall gebeutelt fühlen. Und noch ein entscheidendes Plus: Es ist eines der wenigen Spiele, die auch für mehr als vier Spieler perfekt taugen.

TsuroKosmos

2 - 8 Spieler ab 8 Jahren
ca. 20 Min
ca. 25 Euro

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%