Türkische Mittelmeerküste
24 Tote bei Untergang von Flüchtlingsboot

Vor der Küste von Istanbul ist ein Flüchtlingsboot gekentert. Mindestens 24 Menschen sind dabei ums Leben gekommen, viele Kinder wurden verletzt. Das Boot nahm Kurs auf einen rumänischen Hafen.
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IstanbulBeim Untergang eines Flüchtlingsboots unweit von Istanbul sind mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Die türkische Küstenwache teilte am Montag mit, die Leichen seien nahe der Mündung des Bosporus ins Schwarze Meer geborgen worden. Sieben Menschen hätten die Rettungskräfte lebend aus dem Wasser ziehen können. Mit sieben Schiffen und einem Hubschrauber suchte die Küstenwache nach weiteren Opfern. Auch Taucher waren im Einsatz. Türkische Medien berichteten, dass 42 afghanische Flüchtlinge an Bord des gesunkenen Boots gewesen seien, darunter zwölf Kinder und sieben Frauen.

Auch Fischer beteiligten sich an der Rettungsaktion. Einer von ihnen sagte der Zeitung „Hürriyet“, die Bootsinsassen hätten zwar Rettungswesten gehabt. „Aber überall waren Leichen. Babys, Kinder...“ Auf einem Anlegesteg auf der europäischen Seite des Bosporus lagen mit Tüchern zugedeckte Leichen. Wie es genau zu dem Unglück etwa fünf Kilometer vor der Schwarzmeerküste am nördlichen Ende des Bosporus kam, war zunächst nicht klar.

Viele Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten versuchen über die Türkei in die Europäische Union zu gelangen. Wenn sie dazu den Wasserweg nutzen, sind sie häufig auf unsicheren und überfüllten Booten unterwegs. Allein in diesem Jahr kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) rund 3200 Menschen beim Versuch ums Leben, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Seit den Aufständen des Arabischen Frühlings und dem Bürgerkrieg in Syrien ist die Zahl der Flüchtlinge stark angestiegen.

Der Bosporus ist eine der am meisten genutzten Wasserstraßen der Welt. Wegen der Suche nach Opfern wurde der Schiffsverkehr im Bosporus am Montag für einige Stunden unterbrochen. An der Meerenge liegt die Millionenmetropole Istanbul. Anrainer des Schwarzen Meers sind unter anderem die EU-Mitglieder Bulgarien und Rumänien. Der Logistik- und Verschiffungskonzern GAC teilte mit, das Flüchtlings-Boot habe Kurs auf die rumänische Hafenstadt Constanta genommen, als es gegen 5.00 Uhr MEZ gesunken sei. Unklar war, wo es aufgebrochen war.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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