Über 100 000 Reisende betroffen
Strompanne legte Schweizer Bahn lahm

Ein plötzlicher Spannungabfall im Stromnetz hat am Mittwochabend mitten im Berufsverkehr den Eisenbahnverkehr in der Schweiz lahm gelegt: Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) stellten den Betrieb gegen 18 Uhr ein. Erst gegen 21.30 Uhr meldete das Unternehmen, dass auf den Fahrdrähten wieder genug Spannung sei.

HB BERN. Über 100 000 Bahnreisende saßen in Zügen fest, wo bei brütender Hitze auch die Klimaanlagen ausfielen. In einer Eilaktion wurden zunächst mit Dieselloks die Züge aus den zahlreichen Tunnels des Alpenlandes herausgezogen.Die Ursache war zunächst nicht bekannt, wurde jedoch mit einem Werk im Tessin in der italienischen Schweiz in Verbindung gebracht.

Die Ursache der Strompanne war auch Stunden nach dem Ausfall nicht bekannt. Plötzlich sei die Spannung von 15 000 auf nur noch 12 000 Volt gesunken, teilten die SBB mit. Deshalb habe man den Verkehr unterbrechen müssen. Ein SBB-Sprecher schloss am Abend eine Computerpanne für den Spannungsabfall aus. Einen solchen landesweiten Stromausfall im Bahnnetz hat es in der Schweiz noch nie gegeben. Die SBB beziehen über 94 Prozent ihres Stroms aus eigenen Wasserkraftwerken.

Bis 19 Uhr hatten alle Reisenden die Züge verlassen. Für Licht und Türantriebe haben die Waggons eine eigene Batterie. Auch gibt es Notmechanismen, um Türen ohne Strom zu öffnen. Am Abend schleppten Dieselloks, wo möglich, die Züge in die nächstgelegenen Bahnhöfe. Die SBB charterte im ganzen Land Busse, um die Leute von den freien Strecken abholen zu lassen.

Die Panne wird die SBB viel Geld kosten. Seit Juni gibt es bei Verspätungen von mehr als einer Stunde so genannte Entschuldigungs-Schecks. Reisende der ersten Klasse bekommen 15, der zweiten Klasse zehn Franken (6,40 und 9,70 Euro) Vergütung.

Von dem kompletten Stromausfall im Schweizer Schienennetz war in Deutschland vor allem der Zugverkehr im angrenzenden Baden-Württemberg beeinträchtigt. Etwa zehn Züge, vor allem im Fernverkehr von und in die Schweiz über Stuttgart, seien betroffen, sagte eine Bahnsprecherin in Berlin. Von Deutschland aus gebe es quasi keinen Zugverkehr mehr in Richtung Schweiz. Der Schweizverkehr erfolge über Basel, Singen und Lindau. Ein Stuttgarter Bahnsprecher sagte, wo man es schnell hätte organisieren können, seien Fahrgästen Bustransfers angeboten worden.

Erst ab 20.00 Uhr fuhr die Bahn den Betrieb langsam wieder hoch. Um 21.30 Uhr floss der Strom wieder im ganzen Netz. Die Folgen werden nach SBB-Angaben aber noch bis in den Donnerstag hinein zu spüren sein. Insbesondere werden nicht überall die gewohnten Zugzusammenstellungen bereitstehen. Die SBB bat deshalb Reisende, frühzeitig am Bahnhof zu sein.

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