Über 30 Tote in Ungarn
Ursachensuche nach tragischem Busunglück

Nach dem verheerenden Busunglück in Ungarn mit mehr als 30 Toten geht heute (Freitag) die Suche nach der Ursache weiter. Die Polizei am Unglücksort am Plattensee erklärte nach Angaben der ungarischen Nachrichtenagentur MTI, in den nächsten Tagen müssten vor allem die Trümmer des Busses untersucht werden.

HB/dpa BUDAPEST. Geklärt werden müsse auch noch, wie am Donnerstagvormittag die Sicht vor Ort war. Außerdem bereiten sich die ungarischen Behörden auf die Ankunft deutscher Angehöriger der Opfer vor.

MTI nannte am späten Donnerstagabend die Zahl von 33 Toten. Andere Quellen sprachen sogar von 34 Toten. Unter den Todesopfern sei auch der aus Löhne (Nordrhein-Westfalen) stammende 46 Jahre alte Busfahrer. Der Reisebus war am Donnerstag bei Siófok am Plattensee an einem unbeschrankten Bahnübergang von einem Zug gerammt und zerfetzt worden.

In dem Bus hätten 36 deutsche Touristen einer Reisegruppe aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen, der Fahrer und ein ungarischer Fremdenführer gesessen. Sechs Reisende hatten nicht an der Busfahrt teilgenommen, sondern waren in ihrem Hotel am Plattensee geblieben. Sie standen am Donnerstag unter Schock, hieß es.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Bus auf einem unbeschrankten Bahnübergang nahe Siófok gestoppt und war von dem mit über 100 Kilometern pro Stunde heranrasenden Zug gerammt worden. Der Bus fing Feuer, wurde in in zwei Teile zerrissen und rund 150 Meter weit mitgeschleift. Die Lok und der erste Waggon des Zuges entgleisten. Die Fahrgäste im Zug kamen mit dem Schrecken davon, der Lokführer wurde verletzt.

Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach den Angehörigen sein „tief empfundenes Beileid“ aus. Auch der ungarische Ministerpräsident Peter Medgyessy kondolierte der Bundesregierung und den Angehörigen. Die deutsche Botschaft in Budapest richtete sofort einen Krisenstab ein.

Nach Angaben des TÜV ist Busfahrern das Verhalten bei Bahnübergängen eindeutig vorgegeben: „Wie beim Auto auch, darf der Fahrer erst dann über die Gleise fahren, wenn er sicher ist, dass sein Fahrzeug komplett über die Gleise passt.“ Bei mehr als 90 % der Unglücke mit Reisebussen oder Lastwagen sei menschliches Versagen die Ursache, sagte der Bereichsleiter Verkehrssicherheit der TÜV-Akademie Köln/Bonn, Wolfgang Klein, in einem dpa-Gespräch.

Das Auswärtige Amt hat eine Hotline für die Angehörigen der Opfer des Busunglücks eingerichtet. Die Telefonnummer lautet: 030 - 50 00 10 00.

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