Überfall
Polizei ist sauer auf Dieter Bohlen

Der Überfall auf den Musikproduzenten schmückte am Dienstag nicht nur die Titelseite von Deutschlands wichtigstem Boulevardblatt „Bild“ - auf zwei Innenseiten wird das Verbrechen in allen Details ausgewalzt. Genau mit diesen Details hat Bohlen die ermittelnde Polizei gegen sich aufgebracht.

HB HAMBURG. Polizeisprecher Matthias Rose kritisierte am Dienstag, dass Bohlen den Überfall in Interviews mit „Bild“ und dem Fernsehsender RTL genau geschildert hat. „Das sind Detailangaben, die wir ungern in der Zeitung lesen“, sagte Rose. Dadurch könnten nicht nur die Ermittlungen behindert werden, sondern auch Schwierigkeiten auftreten, die Täter zu überführen. „Auch die Höhe der Beute haben wir nicht so gern in den Medien.“ Rose bezeichnete die Veröffentlichungen als „unglücklich“: „Wir können es aber nicht verhindern.“

Bohlen hatte in „Bild“ erklärt, die Täter hätten etwa 60 000 Euro erbeutet, die er in seinem Tresor gehabt habe. Er habe so viel Geld im Haus gehabt, weil sein Sohn bald 18 Jahre alt werde und er ihm zum Geburtstag ein Auto kaufen wolle. Außerdem habe er schon Geld für den Urlaub auf den Seychellen von der Bank geholt. „Normalerweise habe ich nie viel Bargeld zu Hause“, sagte Bohlen.

Die beiden Täter sind auf der Flucht. Trotz zahlreicher Hinweise, einer gefundenen Wollmaske und Fotos von Bohlens Überwachungskamera musste Polizeisprecher Rose einräumen: „Wir haben noch keine konkrete Spur“. Bohlen war am Montag in seiner Villa in Tötensen überfallen worden. Er, seine Freundin Carina sowie die Haushälterin und der Gärtner waren von den mit Pistole und Messer bewaffneten Tätern bedroht und gefesselt worden.

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