Überhöhte Geschwindigkeit
41 Tote bei U-Bahn-Unglück in Valencia

Nach dem schwersten U-Bahn-Unglück in der Geschichte Spaniens sind in der Nacht zum Dienstag in Valencia die Bergungsarbeiten weitergegangen. Wie die Behörden in der Nacht mitteilten, wurden 41 Menschen getötet und 47 verletzt. Die Rettungsmannschaften befürchten weitere Opfer.

HB VALENCIA. Unter den Toten sind 30 Frauen. Bis zum frühen Morgen wurden bis auf eine Frau alle Todesopfer identifiziert. Von den Verletzten lagen zwölf noch im Krankenhaus, bei zweien von ihnen sei der Zustand kritisch, hieß es.

Auch der Lokführer erlag seinen schweren Verletzungen. Von seiner Aussage hatten sich die Ermittler Anhaltspunkte zur Unglücksursache erhofft. Einen Terroranschlag schloss die Polizei aus. Als nächstes würden die Bergungsteams versuchen, die U-Bahn von den Gleisen zu heben. Es sei nicht auszuschließen, dass dabei noch weitere Tote gefunden würden.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der mit rund 150 Fahrgästen besetzte Zug der Linie 1 in einem Tunnel mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Jesús-Station im Südwesten Valencias zugerast. In einer Kurve sprangen zwei Waggons aus den Schienen und stürzten um. Anscheinend sei der Zug vor der Station schneller geworden, statt abzubremsen, meldete der Rundfunk.

Für heute (Dienstag) Abend ist in der Kathedrale von Valencia eine Trauerfeier für die Opfer geplant, zu der auch König Juan Carlos und Königin Sofía erwartet werden. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero brach wegen des Unglücks einen Indien-Besuch ab und wird ebenfalls an der Trauerfeier teilnehmen. Die Regierung der Region Valencia kündigte eine dreitägige Staatstrauer an. Bundeskanzlerin Angela Merkel sandte Zapatero ein Beileidstelegramm.

Die U-Bahn-Linie, auf der das Unglück geschah, ist die älteste der vor 18 Jahren eröffneten Metro Valencias. Im September waren bei einem Zusammenstoß zweier U-Bahn-Züge auf derselben Linie 35 Menschen verletzt worden. Die Stadtverwaltung wies darauf hin, dass der Unglückszug erst vor wenigen Tagen überholt worden sei. Außerdem sei das Metronetz kürzlich für fast 130 Mill. Euro modernisiert worden. Die Gewerkschaften erklärten dagegen, das 150 Kilometer umfassende Schienennetz sei veraltet und werde nicht ausreichend gewartet.

Papst Benedikt XVI. wird am Samstag zum 5. katholischen Weltfamilientreffen erwartet, das derzeit in Valencia stattfindet. Zehntausende Pilger aus aller Welt sind bereits dort eingetroffen. An der Papst-Visite werde sich nichts ändern, hieß es. Zu dem Gottesdienst am Sonntag werden bis zu 1,5 Mill. Menschen erwartet.

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