Überlebenden wieder in Deutschland
Zweifel an Ursache des Busunglücks in Belgien

Noch steht die Ursache für den Busunfall in Belgien mit elf Toten nicht fest. Experten halten menschliches Versagen nicht für den alleinigen Auslöser.

HB BERLIN. Mitarbeiter des Automobilclubs von Deutschland (AvD) zweifeln daran, dass das Busunglück an der belgisch-französischen Grenze nur auf menschliches Versagen zurückzuführen ist. Möglicherweise sei der Fahrer zwar kurzzeitig abgelenkt gewesen, heißt es. Der deutsche Reisebus könne aber auch wegen des schlechten Zustands der Straße von der Fahrbahn abgekommen sein.

Der Verlauf des Unfalls lasse zumindest nicht darauf schließen, dass der Fahrer kurzzeitig am Steuer eingeschlafen oder zu schnell gefahren sei, zitieren Agenturen am Sonntag einen AvD-Experten, der den Unfallort besucht hatte.

Bei dem Unglück am Grenzübergang Hensies waren am Samstagmorgen 11 Menschen ums Leben gekommen, 37 wurden verletzt. Unter den Opfern sind mehrere Deutsche. Die Reisegruppe aus zumeist jungen Leuten war unterwegs zu einem Wochenendausflug nach Paris. Am Sonntag begannen die Behörden mit der Identifizierung der Toten.

Gegen einen Sekundenschlaf des Fahrers spreche, dass der Bus vor dem Unfall Straßenschwellen auf der Fahrbahn passiert habe, hieß es. Davon hätte der 48-Jährige aufwachen müssen. Ausgeschlossen wurde aber nicht, dass der Fahrer abgelenkt worden sei. Auch ein «längerer Blick» in den rechten Spiegel könnte dazu geführt haben, dass das Fahrzeug ins Schlingern geriet.

Weiter hieß es, die Fahrbahn habe auf den letzten Kilometern vor der Unfallstelle auffällige Spurrillen aufgewiesen. Fast alle Busse, die auf der Strecke gefahren seien, hätten geschwankt. Möglicherweise sei der Bus deshalb kurz vor dem Aufprall in Zick-Zack-Linien gefahren.

Nähere Erkenntnisse versprechen sich die Ermittler nun von der Autopsie der Leiche des Fahrers, wie der Sender n-tv berichtet. Laut dem Busunternehmen war der Fahrer ausgeruht. Er habe erst in Köln das Steuer übernommen, hieß es.

Dem AvD-Mitarbeiter zufolge hatte der Bus in einer leichten Rechtsbiegung mit der vorderen Ecke einen Betonabweiser verschoben. Mit dem linken Vorderrad sei er dann so heftig gegen die Betonmarkierung geprallt, dass das Rad abgerissen worden sei, hieß es. Als er erneut gegen den Pfeiler fuhr, sei auch das linke Hinterrad mit Antriebswelle verloren gegangen.

Bei dem Zusammenstoß schlug demnach einer der fast vollen Tanks leck, möglicherweise wurde auch die Zentralelektrik des Fahrzeugs beschädigt. Der daraus resultierende Kurzschluss könnte nach Einschätzung der Experten den Brand ausgelöst haben, der den Bus völlig zerstörte.

Die Überlebenden des Unfalls sind inzwischen alle wieder in Deutschland. Nach Angaben des Hamburger Reiseveranstalters Rainbow Tours wurden die 37 Frauen und Männer auf dem «bestmöglichen Weg» nach Hause gebracht. Einige Verletzte hätten in Krankenwagen transportiert werden müssen, hieß es.

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