Überlebender des Anschlags von Berlin
„Ich konnte aus den Trümmern krabbeln“

Der Bundespräsident besucht die Verletzten nach dem Anschlag von Berlin im Virchow-Klinikum. Der „Tagesspiegel“ traf derweil einen der Überlebenden in einem Krankenhaus. Die Erzählungen lassen den Horror erahnen.
  • 9

BerlinBundespräsident Joachim Gauck hat den Verletzten des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt die Anteilnahme der ganzen Nation übermittelt. „Die Menschen sollen spüren, dass sie nicht allein sind“, sagte Gauck am Mittwoch nach einem Besuch bei Verletzten im Virchow-Klinikum der Charité. Gauck dankte auch den Ärzten und Pflegekräften für ihren Einsatz.

In Gesprächen mit Verletzten sei er von ihrer Gefasstheit beeindruckt gewesen. „Ich habe sie an die Kräfte erinnert, die in ihnen sind“, sagte der Präsident. Unter anderem habe er mit einem Mann gesprochen, „der verletzt wurde, weil er geholfen hat“, sagte Gauck. Der Mann sei bei der Rettung der Verletzten von einem herabstürzenden Balken im Genick getroffen worden.

Im Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg liegt derweil René Köchel, ein freundlicher Mann, dessen Stimme sanft, fast schon schüchtern klingt. Kurz vor der nächsten Bluttransfusion kann Köchel für wenige Minuten ans Telefon – wohlgemerkt, an das klinikeigene Telefon im Krankenzimmer, nicht sein eigenes. Sein Handy, sagt Köchel, liegt noch unter den Trümmern am Breitscheidplatz: „Ich habe gerade Glühwein ausgeschenkt, da brettert der Laster auf uns zu“, sagt der 52-Jährige im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“.

Köchel arbeitet seit den Neunzigern auf Weihnachtsmärkten. „Ich bin mit einer Kollegin zur Seite gesprungen“, sagt er, „da sehe ich die Räder vom Lkw ...“ Köchel berichtet, dass er stürzte und Sekunden später den Glühweinstand über sich zusammenbrechen sah. „Ich konnte dann rauskrabbeln, auch die Kollegin.“

Köchel wurde am Bein verletzt und hat Blut verloren. „Die Ärzte sagen, dass mit mir und der Klinik dauert erst mal eine Weile.“ Köchel ist alleinstehend, lebt in Berlin und stammt aus dem Spreewald. Seine Familie dort hat er schon informiert. „Die waren natürlich beunruhigt.“

Nach dem Anschlag an der Gedächtniskirche mit zwölf Toten waren etwa 50 Menschen in verschiedene Kliniken gebracht worden. Vier Patienten werden im Virchow-Klinikum behandelt. Schwere Verletzungen der unteren Gliedmaßen und im Beckenbereich seien die häufigsten Verletzungen, sagte der ärztliche Direktor, Ulrich Frei.

Kommentare zu " Überlebender des Anschlags von Berlin: „Ich konnte aus den Trümmern krabbeln“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

  • @Peter Spiegel
    Inzwischen habe ich schon zwei Doppelgänger hier in den Kommentarbereichen. Bin mal gespannt, wieviele das noch werden...viel Feind - viel Ehr ;)
    Und noch eines, wer mich hier schon länger kennt, der weis, wie ich etwas Schreibe und Formuliere...also, der weis, wie der "Richtige" Mark Hoffmann gestrickt ist.
    Ich werde nie aufhören zu kommentieren. der Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr ist meine persönliche Verpflichtung, was auch sonst.
    Schade ist nur, dass man am Wochenende nicht kommentieren darf
    Danke!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%