Überprüfung aller 19 Atommeiler des Landes
800 Gramm Uran aus Atomanlage in Frankreich ausgelaufen

Bei einem erneuten Störfall in einer französischen Atomanlage sind am Freitag knapp 800 Gramm flüssiges Uran ausgetreten.

rtr PARIS. Eine Gefahr für die Umwelt und die Mitarbeiter bestehe aber nicht, erklärte der Generaldirektor der französischen Atomaufsicht (ASN), Jean-Christophe Niel, am Freitag nach einer Untersuchung des Werks in Romans-sur-Isere im Südosten des Landes. Die Behörde stufe das Leck auf der ersten Stufe der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse ein. Die Skala umfasst die Stufen null bis sieben, wobei null die niedrigste Stufe darstellt. Die Betreiberfirma Areva hat die defekte Pipeline mittlerweile gesperrt. Es ist der zweite bekanntgewordene Störfall in Frankreich in diesem Monat.

Die undichte Stelle befinde sich an einem unterirdischen Rohr, das flüssiges Uran transportiere, teilte Areva mit. Der Riss an der Leitung sei vermutlich bei Arbeiten im Jahr 2006 entstanden, teilte die ASN unter Berufung auf das Unternehmen mit. Areva wollte noch am Freitag mit der Säuberung des betroffenen Gebietes beginnen. Umweltminister Jean-Louis Borloo zeigte sich bemüht, die Bevölkerung zu beruhigen. Eine Überreaktion sei unangebracht. Schließlich gebe es jedes Jahr 115 "kleine Unregelmäßigkeiten" in der französischen Atomindustrie.

Vor einigen Tagen war aus der Areva-Anlage Tricastin Flüssigkeit ins Erdreich und in einen Fluss ausgetreten, die nichtangereichertes Uran enthielt. Daraufhin ordnete die Regierung eine Überprüfung aller 19 Atommeiler des Landes an. Die Atomaufsicht kritisierte Areva für die Handhabung des Störfalls in Tricastin. Das Unternehmen habe die Meldung des Problems verzögert, zudem seien nur unzureichende Sicherheitsvorkehrungen vorhanden gewesen.

Das jüngste Leck ist eine neue Blamage für Areva. Der Konzern spielt eine wichtige Rolle bei den Bemühungen von Präsident Nicolas Sarkozy, französische Atomtechnologie weltweit zu verkaufen.

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