Überraschendes Kindesglück
Britische Soldatin bringt in Afghanistan Baby zur Welt

Es gibt bessere Orte für eine Entbindung: Eine britische Soldatin hat in einen Feldhospital in Afghanistan einen Jungen zur Welt gebracht. Die Streitkräfte hatten offenbar nichts bemerkt. Mutter und Kind dürfen heim.
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LondonÜberraschendes Babyglück im Afghanistan-Einsatz: Eine britische Soldatin hat im Feldhospital des Stützpunkts Camp Bastion einen Jungen zur Welt gebracht. Mutter und Kind seien wohlauf, teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag in London mit. Camp Bastion liegt in der südafghanischen Provinz Helmand und war erst letzte Woche Ziel einer Taliban-Attacke, bei der zwei US-Soldaten starben. Auch Prinz Harry ist dort stationiert.

Ein Ärzte-Team solle in den nächsten Tagen nach Afghanistan entsandt werden, um die Soldatin, eine Kanonierin der Royal Artillery, und das Baby nach Großbritannien zu bringen, hieß es vonseiten des Ministeriums. Den Streitkräften sei die Schwangerschaft nicht bekannt gewesen. Eigentlich dürfen britische Soldatinnen, die ein Baby erwarten, nicht in Einsätze geschickt werden. Die Frau wurde erst im März nach Afghanistan geschickt, war also schon schwanger bevor ihr Dienst dort begann.

„Solche Ereignisse machen das Leben für alle anderen schwierig, aber wichtig ist das Wohlergehen der Soldatin. Das hätte schiefgehen können und wer weiß, ob der Angriff auf Camp Bastion die Geburt nicht beschleunigt hat“, sagte Charles Heyman, ein Soldat in Rente und Autor eines Ratgeberbuchs für die britischen Streitkräfte.

Experten halten nicht bemerkte Schwangerschaft für möglich

Mehrere in Großbritannien befragte Ärzte und Experten hielten es für möglich, dass die Soldatin ihre Schwangerschaft bis zuletzt nicht bemerkt habe. „Das sind etwa Frauen, die ihre Periode sehr unregelmäßig haben und oft auch Frauen, die sehr fit sind und viel Sport treiben. Es gibt Frauen, denen es während der Schwangerschaft nicht schlecht wird. Einige Frauen - meist die mit Übergewicht - merken gar nicht, dass sie an Gewicht zulegen oder das Baby sich bewegt“, sagte Patrick O ´Brien, ein Berater für Geburtshilfe am Universitätskrankenhaus London.

In einer Untersuchung an Berliner Krankenhäusern fand man 2002 heraus, dass zwischen 1995 und 1996 eine von 475 Schwangerschaften nicht entdeckt oder versteckt gewesen war. Etwa 40 Prozent der betroffenen Frauen hatten während der Schwangerschaft einen Arzt aufgesucht, der diese aber auch nicht bemerkte.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der vierte Thronfolger?

  • Dies stellt eine besonders perfide trojanische Attacke auf die Kampfmoral der heldenhaften Nato Truppen dar.
    Also : W E R war es ?
    Ein Taliban,die Kameraden oder gar der Regimentskommandeur?
    Ich fordere einen sofortigen Gentest.


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