Überschwemmung
Mallorcas U-Bahn erleidet Schiffbruch

Als Folge von zwei Überschwemmungen auf Mallorca ist die U-Bahn der Inselhauptstadt Palma de Mallorca überflutet worden. Die erst vor fünf Monaten eröffnete Linie bleibt bis auf weiteres geschlossen. Der sozialistische Regierungschef macht seinen konservativen Vorgänger für die Misere verantwortlich.

HB MADRID. Schiffbruch unter der Erde: Mallorcas U-Bahn ist „auf Grund gelaufen“. Nach zwei Überschwemmungen in gut einem Monat werden auf der U-Bahn-Linie in Palma de Mallorca vorerst keine Züge mehr fahren. Die Behörden auf der spanischen Ferieninsel ordneten die einstweilige Schließung der Strecke an, die erst vor fünf Monaten feierlich eröffnet worden war.

Dabei hatte die U-Bahn der Stolz der Mallorquiner sein sollen. Das Prestigevorhaben war mit 120 Millionen Euro eines der teuersten Infrastrukturprojekte in der Geschichte der Balearen-Insel. Es ließ die Hauptstadt Palma in die kleine Gruppe der spanischen Metropolen aufsteigen, die über eine U-Bahn verfügen. Dazu gehören neben Palma nur Madrid, Barcelona, Valencia und Bilbao.

Zwei Regengüsse brachten jedoch an den Tag, dass beim Bau oder bei der Planung Fehler gemacht wurden. Am vorigen Wochenende - wie schon einen Monat zuvor - setzten Gewitterschauer in manchen Stationen die Gänge bis zu 2,50 Meter tief unter Wasser. Dabei waren die Niederschläge mit 18 Litern Wasser pro Quadratmeter nicht einmal ungewöhnlich heftig gewesen. Dennoch verwandelten sie die Treppen in Sturzbäche und die Lüftungsschächte in Wasserfälle.

Die U-Bahn-Strecke hat neun Stationen und verbindet das Zentrum von Palma mit der 8,5 Kilometer entfernt gelegenen Universität der Balearen. Sie war von der vorigen konservativen Regionalregierung im Schnellverfahren fertiggestellt worden. Die Eröffnung fand Ende April statt, wenige Wochen vor den Regionalwahlen im Mai.

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