Überschwemmungen
Mexikos Regierung setzt Luftwaffe ein

Die Lage in den Überschwemmungsgebieten des südostmexikanischen Bundesstaates Tabasco ist nach wie vor angespannt und chaotisch. Die Regierung hat mittlerweile die gesamte Luftwaffe mobilisiert.

HB VILLAHERMOSA/MEXICO CITY. 100 000 Menschen in der Hauptstadt Villahermosa sind nach Angaben des Zivilschutzes von den Wassermassen eingeschlossen. Sie warten in den oberen Stockwerken und auf den Dächern ihrer Häuser darauf, von Rettungskräften in Sicherheit gebracht zu werden.

Mit einer Luftbrücke nach Tabasco würde die besonders betroffene Hauptstadt versorgt und Menschen von dort in Sicherheit gebracht, sagte Präsident Felipe Calderon am Freitag. Er forderte private Fluggesellschaften auf, die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. „Wir befinden uns in einer sehr kritischen Situation“, sagte Calderon bei einem Besuch in der Krisenregion. Die Armee sollte zudem in Kürze mit Patrouillen beginnen, um Plünderungen in der Stadt mit 500 000 Einwohnern zu verhindern.

Insgesamt sind nach Angaben des Roten Kreuzes 800 000 Menschen durch die Überflutungen in Tabasco geschädigt oder obdachlos geworden. Gouverneur Andres Granier zufolge sind sogar mehr als die Hälfte der rund zwei Millionen Einwohner des Bundesstaates von der Naturkatastrophe betroffen. Viele haben ihre sämtliche Habe verloren.

„Wir kämpfen gegen ein Monster“, sagte Granier. Er machte die schleppende Hilfe für die sich zuspitzende Lage verantwortlich. Angesichts der Tatsache, dass die Überschwemmungen vor vier Tagen begonnen hatten, forderte er die Bundesorgane auf, vor allem technische Hilfe nicht weiter vorzuenthalten. Innenminister Humberto Mayans warnte, die Lage könne eskalieren und zu sozialen Erschütterungen in Tabasco führen. Tabasco, einer der ölreichen mexikanischen Bundesstaaten am Golf von Mexiko, durchlebt nach Angaben von Granier die schlimmste Überschwemmung seit Menschengedenken.

Tagelange Regenfälle hatten den Fluss Grijalva über die Ufer treten lassen. Mehr als zwei Drittel des Bundesstaates stehen unter Wasser. Zahlreiche Notunterkünfte mussten vor den immer weiter steigenden Fluten evakuiert werden. Tabasco liegt an der Golfküste und verfügt über tiefliegende Sumpfgebiete. Normalerweise ist ein Drittel seiner Fläche von Wasser bedeckt. Auch weite Teile der Hauptstadt Villahermosa sind überflutet. Bisher wurde der Tod eines Menschen gemeldet. Mehrere weitere wurden als vermisst gemeldet.

Unterdessen liefen in Mexiko und international die Hilfslieferungen an. Im ganzen Land sammelten die Menschen Lebensmittel, Decken, Kleidung und Wasser für die Menschen in Tabasco und in der Nachbarrepublik Chiapas, wo es ebenfalls zu Überschwemmungen gekommen war.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%