Übliche fünfjährige Wartezeit wird außer Kraft gesetzt
Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. ab Ende Juni

Bereits drei Monate nach seinem Tod wird das Verfahren zur Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. beginnen. Das Verfahren, das mehrere Jahre dauern dürfte, wird am 28. Juni mit einer feierlichen Zeremonie in der Lateranbasilika San Giovanni in Rom eingeleitet.

HB ROM. Das kündigte der Kardinalvikar von Rom, Camillo Ruini, unter dem Jubel von Gläubigen am Donnerstagabend an. Im Vatikan gilt als sicher: Es wird einer der schnellsten Seligsprechungen der Kirchengeschichte - und die Vorstufe zu einer baldigen Heligsprechung.

Papst Benedikt XVI. persönlich hatte vor kurzem klar gestellt, dass er zur Ehrung seines Vorgängers rasches Handeln wünsche. Dafür setzte er die sonst übliche fünfjährige Wartezeit nach dem Tod eines „Kandidaten“ außer Kraft. „Ich verkünde Euch große Freude“, sagte Ruini, als er den Beginn des streng geregelten Verfahrens bekannt gab.

Dem Vernehmen nach soll die zuständige Theologen-Kommission jetzt erst einmal die Schriften von Johannes Paul prüfen, weit über 100 00 Seiten. Dann werden Zeugen gehört, die sich sich über das Leben und Wirken des Polen auslassen. „Zeugen, die für aber auch gegen die Seligsprechung sind“, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Freitag vermerkt. Denn die Experten hätten „das gesamte Leben zu prüfen, nicht nur die Jahre als Papst“. Entscheidend ist auch die Frage eines Wunders: Wer kein Märtyrer ist, dem muss ein Wunder zugeschrieben werden, um in den Stand der Seligen erhoben zu werden. Selige müssen „herausragende Zeugen des Glaubens“ sein, allerdings keine „Übermenschen“, wie ein Mitglied aus der Kommission meinte. Bereits bei der Totenmesse Johannes Pauls am 8. April hatten Gläubige auf dem Petersplatz eine schnelle Selig- und Heiligsprechung gefordert. „Santo subito“ (Sofort heilig), riefen die Menschen dort.

Unklar bleibt, wie lange die Gläubigen auf die Ehrung des weltweit so populären Johannes Paul warten müssen - nicht völlig auszuschließen sei, dass es nur Monate dauere, hieß es in der Ewigen Stadt. Normalerweise dauert es viele Jahrzehnte. Eine große Ausnahme war die Ordensschwester Mutter Teresa aus Kalkutta: Sie wurde 2003 nur sechs Jahre nach ihrem Tod geehrt wurde; eine der schnellsten Seligsprechungen, die es je gab.

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