Umfrage Veganer müssen Spott ertragen

Viele Veganer klagen darüber, wegen ihrer Ernährungsweise bereits diskriminiert worden zu sein. Allerdings beweisen nicht alle ein dickes Fell und geben an, unter negativen Reaktionen zu leiden.
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Lebensmittelpräsentation auf einer Messe: Veganer kämpfen gegen Vorurteile. Quelle: dpa

Lebensmittelpräsentation auf einer Messe: Veganer kämpfen gegen Vorurteile.

(Foto: dpa)

DüsseldorfVegan lebende Menschen verzichten nicht nur auf Fleisch bei der Ernährung, sondern auch auf andere tierische Produkte wie Eier oder Milch. Und die alternative Lebensweise stößt auf zunehmende Begeisterung. So ist etwa in Berlin die Zahl der veganen Restaurants in den vergangenen drei Jahren von 12 auf 28 gestiegen. In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge mehr als eine Millionen Veganer.

Doch eine Umfrage der Webseite vegan.eu unter 1071 vegan lebenden Menschen zeigt, dass die Ernährungsweise auf viel Skepsis stößt. Demnach haben mehr als 92 Prozent der Veganer bereits Diskriminierung am eigenen Leib erfahren. Die häufigsten Formen seien:

  • Verspottung (92,1 Prozent der Befragten)
  • Vorwurf des Extremisums (71,7 Prozent)
  • Aufforderung, nicht Veganes zu essen (48,5 Prozent)
  • Allgemeine Beschimpfungen (24,9 Prozent)
  • Kontaktabbrüche oder Ausladungen (17,8 Prozent)

Mehr als ein Fünftel der Betroffenen gibt an, zumindest etwas unter den negativen Reaktionen in ihrem sozialen Umfeld zu leiden. Fast ebenso viele sprechen von einer deutlichen oder starken Belastung. Das fast 60 Prozent der Befragten sich von Diskriminierung unbeeindruckt zeigten, erkärt sich der Betreiber von vegan.eu, Guido Gebauer, dadurch, dass „eine vegane Lebensweise bereits den bewussten Bruch mit einem gesellschaftlichen Mehrheitskonsens beinhalte.“

Vegan bedeutet nicht gleich gesund
Hobelz: Veganer Aufschnitt Pfeffer
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Zu viel Fett, zu viel Salz oder zu viele gesättigte Fettsäuren: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat gravierende Mängel an veganem Fleischersatz gefunden. Sie weist Veganer darauf hin, dass vegane Produkte keineswegs rein natürlich seien. Ohne den größeren Einsatz von Zusatzstoffen sei die „Herstellung oder ein annehmbarer Geschmack in den meisten Fällen nicht möglich“. Auch Etikettenschwindel und irreleitende Phantasienamen kämen im Test vor. Zudem seien gesättigte Fettsäuren schwer für den Körper zu verarbeiten.

Geflügel-Mortadella ist die Vorlage dieses Brotaufschnitts. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass auf der Verpackung wichtige Nährwertangaben fehlen würden und der Hersteller nicht auf Nachfragen über das Produkt geantwortet habe. So bliebe unter anderem die Herkunft der Zutaten verborgen. Immerhin hat der Aufschnitt aber nur halb so viel Fett wie herkömmliche Mortadella.

Landkrone: Bio-Plus-3
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Auch an diesem Produkt hat die Verbraucherzentrale etwas auszusetzen: Beim ersten Blick auf die Vorderseite dieses Produkts bliebe unklar, worum es sich überhaupt handele. Es ist Margarine. Außerdem seien die Wallnüsse auf dem Deckel irreführend, da das Produkt nur zwei Prozent Wallnussöl enthalte. Die Margarine hätte über dies einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren, verursacht durch Kokos- und Palmöl.

Soyatoo: Rice Wip, Rice Spray Cream
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Dieses Schlagsahneimitat enthält den Testern zufolge zu viele gesättigte Fettsäuren. Außerdem haben sie Bedenken bezüglich des verarbeiteten Seetangs. Der Hersteller habe zu der Herkunft der Zutaten auf Nachfrage keine Auskunft gegeben.

Soyana: Swiss Cereal Drink - Hirse Choco
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Name und Design dieses Getränks würden suggerieren, dass die Zutaten aus der Schweiz stammen, obwohl sie teilweise aus Italien, Ungarn und Türkei importiert werden. Das sei irreführend, kritisieren die Hamburger. Ebenso fehlleitend sei die Angabe, dass der Drink keinen Zucker enthalte. Denn der enthaltene Zuckerersatz Maltodextrin werde teilweise im Mund zu Zucker umgewandelt.

Alberts: Lupine Cocktail-Würstchen
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Laut Verbraucherzentrale ist dieses Produkt eines der wenigen, das bei ihrem Test gut abgeschnitten haben. Diese Würstchen bestehen hauptsächlich aus den Samen der Süßlupine, einer heimischen Hülsenfrucht, die zu den Ginsterarten gehört. Eine Wurst enthalte halb so viel Fett wie eine herkömmliche Bratwurst, was ein positiver Punkt sei. Nur der Salzgehalt sei zu hoch.

Vantastic Foods: Veggie Burger Deluxe
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An diesen veganen Burger-Patties kritisiert die Verbraucherzentrale Hamburg, dass sie 35 Prozent mehr Fett als handelsübliche Bouletten aus Rinderhack und vier mal so viele gesättigte Fettsäuren enthalte. Das Etikett sei zudem irreführend: Der Veggie Burger enthalte geschmacksverstärkendes Hefeextrakt, obwohl auf der Verpackung „ohne Zusatz von Glutamat“ abgedruckt sei.

Vegourmet: Jeezini Santi, Pflanzliche Käsealternative
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Der Käseersatz überzeugt die Verbraucherzentrale Hamburg nicht, da er viele Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel und gesättigte Fettsäuren enthalte. Außerdem bemängelt sie, dass die Produktbeschreibungen „Ethisch“ oder „Vegane Aromen“ nicht genau definiert sei.

  • mdo
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  • das Schicksal des Spottes teilen diese Menschen mit blonden, brünetten, schwarzhaarigen, dicken, dünnen, großen, kleinen Menschen, Frauen, Männern, Kindern, Alten, Jugendlichen ...

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