Umzüge am Sonntag: Die Jecken schunkeln sich warm

Umzüge am Sonntag
Die Jecken schunkeln sich warm

Die großen Rosenmontagszüge stehen zwar noch an, doch auch am Sonntag war karnevalistisch schon einiges los - auch und besonders an Orten, wo man es nicht erwartet hätte.

HB DÜSSELDORF. Allein der Zug in Berlin, wo der Karneval erst seit dem Regierungsumzug vom Rhein an die Spree Bedeutung gewann, lockte nach Polizeiangaben rund 500 000 Menschen auf die Straßen. Unter dem Motto "Hier tanzt der Bär" präsentierten sich bei eisigen Temperaturen rund hundert Vereine und Gruppen mit über 60 Festwagen und 15 Musikzügen sowie kostümierten Fußgruppen. Alles in allem zogen 4000 Kostümierte an den Berlinern vorbei. Es ging vom Potsdamer Platz über den Gendarmenmarkt zum Schlossplatz. Vom berühmten rheinischen Frohsinn waren die Berliner aber auch in diesem Jahr noch ein gutes Stück entfernt: Nur die Minderheit der Besucher hatte sich kostümiert.

Das sah im Rheinland schon ganz anders aus. In Köln beklatschten 750 000 Besucher die 8000 Teilnehmer der "Schull- und Veedelszög". Insgesamt 42 Schulen und 53 Vereine gehen bei dem seit mehr als 70 Jahren bestehenden urtümlichen Umzug in der Karnevalsmetropole mit. Die von einer Jury als die beiden schönsten auserwählten Fuß- und Wagengruppen dürfen dann beim großen Rosenmontagszug mitgehen. Die Züge vom Rosenmontag werden auch vom Fernsehen übertragen.

In Düsseldorf berichtete die Polizei von 25 000 verkleideten Menschen, die am traditionellen "Kö-Treiben" auf der Königsallee teilnahmen. "Die Menschen feiern fröhlich und ausgelassen", sagte ein Sprecher. Auch die dicht von Zuschauern umdrängten Veedelszöch in Düsseldorf verliefen friedlich. In Mainz, wo ebenso wie in Köln und Düsseldorf am Rosenmontag die berühmten Umzüge stattfinden werden, gab es nach Angaben der Polizei bis zum Sonntagnachmittag keinerlei Zwischenfälle.

In Cottbus (Brandenburg) tobten rund 4500 Kostümierte im "Zug der fröhlichen Leute" durch die Innenstadt. Auf den Festwagen wurde das Motto "Alles bleibt anders" in launigen Bildern umgesetzt. 75 Festwagen zogen durch Dessau (Sachsen-Anhalt). Unter den Rufen "Dessau Helau" versuchten viele Besucher, mit Glühwein gegen die kalten Temperaturen anzukämpfen.Auch in Sachsen wurde Karneval gefeiert. Mehrere tausend Narren begleiteten die Umzüge in Leipzig und Radeburg.

Bei dicken Schneeflocken heizten beim Umzug in Erfurt Samba-Rhythmen den Karnevalisten ein. Auf ihren Motivwagen nahmen die Narren die Politik aufs Korn. "Rosarot ist unsere Ferkel, doch welche Farbe hat die Merkel", prangte auf einem Lastwagen mit Schweinskostüm.

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