Unblutiges Ende: Schwerverbrecher hatten Justizbeamte als Geiseln genommen
Polizei stürmt Gefängnis

Spezialeinsatzkräfte der Polizei haben am Montag kurz nach Mitternacht das Geiseldrama unblutig beendet. Am Sonntag hatten zwei Schwerverbrecher Justizbeamte in ihre Gewalt gebracht.

HB NAUMBURG. Die beiden Geiseln, die fast neun Stunden in der Gewalt von zwei Schwerverbrechern waren, konnten äußerlich unverletzt befreit werden, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Neufang. Auch die beiden Geiselnehmer blieben unverletzt.

Am Sonntagnachmittag um 15.48 Uhr hatten zwei 37 und 44 Jahre alte Häftlinge drei Justizbeamte - eine Frau und zwei Männer - im Zellentrakt des Gefängnisses in ihrer Gewalt gebracht. Einer der Beamten hatte sich jedoch kurz nach dem Übergriff selbst befreien können. Die beiden Geiselnehmer wollten nach Angaben einer Sprecherin des Justizministeriums ihre Freilassung erzwingen. Bei ihnen handelte es sich um zwei Gewaltverbrecher, die zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt sind. Um 0.22 Uhr beendeten Spezialeinsatzkräfte die Geiselnahme.

Die beiden Opfer wurden nach der Befreiung von Psychologen und Ärzten betreut. Oberstaatsanwalt Neufang kündigte an, nun den Tathergang genau zu analysieren. Eine Frage dabei wird sein, woher die beiden Geiselnehmer die Schere hatten, mit der sie ihre Opfer über Stunden bedroht haben sollen. Dass die Geiselnehmer im Besitz einer Schusswaffe sein könnten, war von Justizbeamten frühzeitig ausgeschlossen worden.

Polizei und Jusitz waren mit zahlreichen Spezialkräften vor Ort. Die Justizvollzugsanstalt selbst, die inmitten von Naumburg liegt, war weiträumig abgesperrt. Vor dem Gefängnistor hatten maskierte und bewaffnete Beamte eines Spezialeinsatzkommandos Stellung bezogen. In dem Gefängnis sind etwa 370 bis 400 Gefangene inhaftiert. Die meisten davon verbüßen langjährige Haftstrafen.

Vor gut vier Jahren hatte es in der Naumburger Justizvollzugsanstalt schon einmal eine Geiselnahme gegeben. Damals hatte ein wegen Mordes verurteilter 34-Jähriger vier Stunden lang eine Krankenschwester in seine Gewalt gebracht und mit einem Messer und einem Skalpell bedroht. Ein Spezialeinsatzkommando hatte die Krankenstation gestürmt und die Geiselnahme unblutig beendet. Ein halbes Jahr später wurde der Mann wegen Geiselnahme und sexuellen Missbrauchs vom Landgericht Halle zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

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