Unfälle in der Silvesternacht
Verletzter Wanderer steckt Berg in Brand

Es sind vor allem Böller, die zu Silvester für eine hohe Feinstaubbelastung sorgen und schlimme Verletzungen verursachen. Aber auch aus anderen Gründen mussten Notärzte und Sanitäter zum Jahreswechsel ausrücken.
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BerlinZwischen Feuerwerk und feuchtfröhlichen Partys geht längst nicht immer alles glatt. Feuerwehren und Polizei sind in der Silvesternacht quasi im Dauereinsatz. Auch bei den Feiern zum Jahreswechsel 2016/2017 ging einiges schief – von folgenschweren Missgeschicken und Katastrophen.

Mit einem Signalfeuer setzte ein verunglückter Bergwanderer in Oberbayern versehentlich rund hundert Hektar Wald und Wiese in Flammen. Er war zur Silvesternacht mit einem Freund auf den Jochberg bei Bad Tölz gestiegen, um dort den Jahreswechsel zu feiern, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Kurz nach Mitternacht stürzte der 32-Jährige aus zunächst unbekannter Ursache etwa hundert Meter ab, brach sich ein Bein und rief mit seinem Handy um Hilfe. Um zusätzlich auf sich aufmerksam zu machen, zündete er ein Signalfeuer. Das geriet jedoch außer Kontrolle. Mehr als hundert Feuerwehrkräfte bekämpften die Flammen – unter anderem mit fünf Hubschraubern aus der Luft.

Auf der Autobahn 7 im Unterallgäu sind drei Sattelzüge und acht Autos im dichten Nebel ineinandergekracht. Die Front eines grünen Kleinwagens ist völlig eingedrückt, auch von anderen Fahrzeugen ist nicht mehr wirklich viel übrig. Dreizehn Menschen, teils schwer verletzt, können die Rettungskräfte bergen. Für sechs kommt jedoch jede Hilfe zu spät.

Mit illegalen Böllern und einer selbstgebastelten Abschussvorrichtung verletzte ein 46 Jahre alter Mann in der Silvesternacht in Nürnberg sich selbst und sieben weitere Personen. Wie das Landeskriminalamt (LKA) am Sonntag mitteilte, hatte der Mann in Tschechien mehrere sogenannte Kugelbomben gekauft. Diese wollte er aus einem Blumentopf abschießen, in den er ein Installationsrohr einbetoniert hatte. Aus noch ungeklärter Ursache explodierte die Vorrichtung und herumfliegende Betonteile trafen insgesamt acht umstehende Personen – drei von ihnen kamen mit Kopfplatzwunden ins Krankenhaus. Die Bruchstücke richteten obendrein hohen Sachschaden von mindestens 15.000 Euro an, da sie unter anderem gegen mehrere Autos und in Fensterscheiben krachten.

In Australien starben sogar zwei Menschen bei Unfällen mit Böllern. Ein 46-Jähriger kam am Strand im Staat Victoria ums Leben als ein illegaler Böller in seiner Hand explodierte. Ein 52 Jahre alter Mann starb, als er am Strand von Budgewoi von einem Feuerwerkskörper am Kopf getroffen wurde.

In Leipzig sorgte der Fund von zwei abgetrennten Fingern für Aufregung. Der Unfall sei „mit höher Wahrscheinlichkeit beim Böllern passiert“, erklärte ein Sprecher. Die Gliedmaßen hätten in einem Fußgängertunnel am Hauptbahnhof gelegen. Später habe sich herausgestellt, dass die Finger einem Mann gehörten, der in die städtische Notfallaufnahme eingeliefert worden sei. Ob die Finger erfolgreich wieder angenäht werden konnten, blieb zunächst unklar. Auch in Mülheim/Ruhr verlor ein Mann beim Böllern drei Finger. Ein weiterer Mann habe ebenfalls eine Handverletzung erlitten, ein dritter wurde laut Feuerwehr mit Verdacht eines geplatzten Trommelfells in eine Essener Spezialklinik gebracht.

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Böller treiben Feinstaubbelastung in die Höhe

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