Unfälle
Paket-Lieferwagen rast in Bayern in Trauerzug

Ein Paketzusteller hat im schwäbischen Jettingen-Scheppach während der Fahrt in seinem Lieferauto einen tödlichen Herzinfarkt erlitten. Der Transporter geriet außer Kontrolle und raste frontal in eine Trauergemeinde, die auf dem Weg von der Kirche zum Friedhof war.

HB GÜNZBURG. Nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes wurden bei dem Unfall zwei Frauen getötet und etwa 40 Menschen schwer verletzt. Die Trauergäste waren auf einer Straße im Ortsteil Jettingen unterwegs, als der entgegen kommende schwarze Chrysler-Van des Paketdienstes frontal in die Menge fuhr. Dekan Horst Grimm, der an der Spitze des Trauerzuges gegangen war, sagte nach dem Unfall: „Ich konnte mich in letzter Sekunde mit einem Sprung auf die Seite retten.“ Hinter ihm seien Menschen von dem Fahrzeug erfasst worden.

Bürgermeister Hans Reichhart, der ebenfalls im vorderen Teil des Trauerzuges unterwegs war, sagte, neben ihm seien Menschen regelrecht umgefahren worden. Er selbst sei leicht am Unterschenkel verletzt worden. Das Ausmaß des Unglücks könne man sich nicht vorstellen, sagte Dekan Grimm.

Viele Opfer lagen nach dem Unfall mit blutüberströmten Gesichtern oder Kopfverletzungen am Boden. Die zahlreichen Retter versorgten rund eine Stunde lang vor Ort die Verletzten. In Krankenwagen wurden die Opfer zum nahe gelegenen Volksfestplatz gebracht, von wo sie in umliegende Kliniken ausgeflogen worden. Die Angehörigen wurden in einem benachbarten Altenheim seelsorgerisch betreut.

Der schwarze Paketwagen kam nach dem Unfall am Straßenrand zum Stehen, die Frontscheibe war zersplittert, die Vorderpartie verbeult. Wie schnell der Paketlieferant gefahren war, konnte die Polizei zunächst nicht angeben. Der Polizeisprecher und Rotkreuz-Sprecherin Hanna Hutschenreiter sagten, die Rettungskräfte seien mit 30 Rettungswagen, 12 Rettungshubschraubern und einem Lazaretthubschrauber der Bundeswehr im Einsatz. Weitere Rettungskräfte wurden aus angrenzenden Regionen angefordert. Die Zufahrten zu der kleinen Marktgemeinde auf halber Strecke zwischen Ulm und Augsburg wurden gesperrt.

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