Unfall
Glos-Dienstwagen fährt Polizisten an

Der Fahrer von Wirtschaftsminister Michael Glos hat in Berlin einen Polizisten an einer Straßenabsperrung angefahren und am Fuß verletzt. Vor dem Zwischenfall gab es eine Streiterei, an der auch Glos beteiligt war.

HB BERLIN. Der Beamte wurde nach dem Vorfall am Dienstag ambulant im Krankenhaus behandelt und war auch am Donnerstag noch dienstunfähig, wie Polizeisprecher Bernhard Schodrowski der AP sagte. Glos versuchte, die Wogen zu glätten und schrieb an das Opfer: „Falls ich unwirsch reagiert haben sollte, bedauere ich dies.“

Der Minister wollte in Stellvertretung von Kanzlerin Angela Merkel den kasachischen Staatspräsidenten Nursultan Nasarbajew empfangen. Der Wagen des CSU-Politikers wurde aber an einer Absperrung in der Charlottenstraße im Stadtteil Mitte von dem Beamten nicht durchgelassen.

Im Laufe des Zanks fuhr der Dienstwagen schließlich über den Fuß des Beamten, wie die „Berliner Morgenpost“ berichtete. Das Opfer gab demnach zu Protokoll, der Politiker habe ihm sogar mit dem Ende seiner Polizeikarriere gedroht. Über den Inhalt des Wortwechsels gibt es jedoch laut Schodrowski „unterschiedliche Darstellungen“.

Erst nach Presseanfragen soll Glos am Mittwoch in einem Schreiben an den Polizisten sein Bedauern ausgedrückt haben. „Bild“ zitierte aus dem Brief: „Unser gestriges Zusammentreffen an der Zufahrtskontrolle (...) stand leider unter keinem guten Stern. Sie hatten Ihre Anweisungen, die Sie auftragsgemäß befolgt haben. Ich wiederum war in Eile, denn meine Aufgabe war es, Präsident Nasarbajew in Stellvertretung der Bundeskanzlerin zum empfangen. Insofern war für mich Ihre Weigerung, uns passieren zu lassen, in diesem Moment nur schwer verständlich. Falls ich unwirsch reagiert haben sollte, bedauere ich dies. Mein Ärger ist inzwischen verraucht. Ich hoffe auch Sie tragen mir die unglückliche Situation (...) nicht nach“.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin zeigte sich verärgert und erklärte: „Bestätigen sich die Vorwürfe, dass der Polizeibeamte absichtlich angefahren wurde, sind Glos und sein Kraftfahrer nicht mehr tragbar.“ Der Landesbezirksvorsitzende Eberhard Schönberg erklärte: „Derartige Entgleisungen von Politikern und ihrer Kraftfahrer sind nicht hinnehmbar. Für sie gelten dieselben Gesetze wie für alle Menschen in unserem Land. Sie sind nichts Besonderes, wenn sie das auch glauben.“ Der Vorgang müsse schonungslos, ohne Ansehen der Person, aufgeklärt werden.

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