Unfall in türkischer Ferienanlage
Kind in Hotel-Pool ertrunken

Ein Neunjähriger aus Nordrhein-Westfalen ist bei einem Badeunfall im Swimmingpool einer Ferienanlage an der türkischen Ägäisküste ertrunken. Der kleine Tim war mit einer Schwimmflosse im Abflussgitter des Beckens hängen geblieben und nicht wieder aufgetaucht

HB ISTANBUL. Dies berichtete die türkische Zeitung „Milliyet“ am Dienstag. Als der Vater das Unglück bemerkte, sprang er hinterher und holte den Jungen aus dem Wasser. Allerdings starb der Neunjährige trotz aller Wiederbelegungsversuche in einer Klinik des nahe gelegenen Badeortes Marmaris.

Der kleine Urlauber, der mit Freunden in dem Schwimmbecken geplantscht hatte, war mit den Flossen an den Füßen eine Rutsche hinuntergerutscht. Nachdem er in das Wasser eingetaucht war, geriet eine der Flossen in das Gitter und hielt den Jungen am Beckengrund fest. Die Gendarmerie von Marmaris leitete eine Untersuchung des Unfalls ein.

TUI-Pressesprecher Robin Zimmermann bestätigte am Dienstag in Hannover einen „Unfall mit Todesfolge“ vom vergangenen Sonntag in der Türkei. „Wir haben der Familie unser Beileid ausgesprochen und ihr jedwede Hilfe zugesichert“, sagte er. Die Familie komme aus Nordrhein-Westfalen. Da die Umstände des Unglücksfalls jedoch noch untersucht würden, könne er zum jetzigen Zeitpunkt keine näheren Angaben machen.

Erst kürzlich hatte der Bundesgerichtshof (BGH) nach dem Unfall eines Kindes in Griechenland entschieden, dass Reiseveranstalter die Einrichtungen einer Hotelanlage auf mögliche Risiken prüfen müssen. Ob dieses Urteil auch für das aktuelle Unglück Bedeutung haben könnte, war allerdings noch offen.

Dem Karlsruher Urteil lag der Fall eines elfjährigen Jungen aus Thüringen zu Grunde, der im Sommer 2001 im Schwimmbad mit Rusche einer griechischen Hotelanlage ertrunken war. Er war mit dem Arm in ein ungesichertes Absaugrohr geraten und hatte sich nicht mehr befreien können. Nach dem BGH-Urteil von Mitte Juli stehen der Familie aus Thüringen 70 000 Euro Schmerzensgeld zu.

Nach den Worten des Gerichts traf den Reiseveranstalter in dem verhandelten Fall eine „Verkehrssicherungspflicht“: Er muss überprüfen, ob die Einrichtungen der angebotenen Hotels einen ausreichenden Sicherheitsstandard bieten. Das galt dem Gericht zufolge in dem griechischen Fall auch für die dortige Wasserrutsche, obwohl sie im Reisekatalog nicht aufgeführt war und im Hotel nur gegen Entgelt benutzt werden konnte.

In einem zweiten Urteil zu einem verletzten Kind stellte der X. Zivilsenat damals klar, dass eine Werbung mit einer „kindgerechten Ausstattung“ der Hotelanlage nicht nur Spielangebote, sondern auch erhöhten Schutz vor Gefahren umfasse.

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