Unfallursache unklar
Betroffenheit in Rom nach tödlichem Metrounglück

Bei einem schweren U-Bahn-Unglück in Rom ist am Dienstag mindestens ein Fahrgast ums Leben gekommen, mehr als 100 Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Auch die Gäste des Filmfestivals zeigten ihren Anteilnahme.

HB ROM. In der zentralen Station Piazza Vittorio Emanuele II raste gegen 09.00 Uhr eine U-Bahn mit hoher Geschwindigkeit auf einen stehenden Zug. „Der Aufprall war brutal“, sagte ein Fahrgast. Andere Augenzeugen erklärten, die auffahrende Bahn habe ein Rotlicht überfahren.

Die Behörden identifizierten das Todesopfer als eine 30 Jahre alte Italienerin. Der Fahrer des ankommenden U-Bahn-Zugs war zunächst im Wrack eingeklemmt, konnte aber befreit werden. Der auffahrende Zug habe sich zwei bis drei Meter tief in den stehenden Zug geschoben, sagte Luca Cari von der römischen Feuerwehr. Die getötete Frau und die Schwerverletzten saßen alle im letzten Wagen des stehenden Zugs.

Schockierte und zum Teil mit Blut überströmte Fahrgäste wurden von Einsatzkräften ins Freie geführt. Schwarzer Rauch füllte vorübergehend die Station, Fahrgäste schrien und rannten zu den Ausgängen. Sanitäter errichteten vor der U-Bahn-Station ein Feldlazarett zur Ersten Hilfe für die leichter Verletzten. Am abgesperrten Unglücksort versammelten sich zahlreiche Schaulustige hinter den Absperrgittern der Polizei. Der Bahnhof wurde bis zum Abschluss der Bergungsarbeiten geschlossen.

Ein 38-jähriger Fahrgast sagte, der auffahrende Zug habe offenbar ein rotes Haltesignal missachtet. „Ich sah das rote Licht, als der Zug in die Station einfuhr“, sagte Andrea Trovaioli, der leicht am Ellbogen verletzt wurde. „Etwa 30 Sekunden lang herrschte Panik. Niemand sagte uns, wie wir aus dem Wagen herauskommen konnten.“ Ein anderer Fahrgast sagte dem Fernsehsender Sky Italia: „Ich sah das Rotlicht ganz deutlich. Ich erkannte auch, dass die U-Bahn vor uns an der Station stoppte.“

Mit Betroffenheit reagierte die Leitung des Filmfestivals in Rom auf das Unglück. Alle Vorführungen am Dienstag sollten mit einer Schweigeminute beginnen. Aus Mitgefühl mit den Opfern wurden alle Partys am Rande des Festivals abgesagt.

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