Ungewollte Liebes-SMS
Bankmitarbeiter nutzt Kundendaten für Flirt-Versuch

Die Angebetete des verheirateten Mannes freute sich ganz und gar nicht über dessen SMS und informierte den Bankvorstand. Die folgende Strafversetzung des Mitarbeiters war laut Gericht jedoch unverhältnismäßig.
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MainzEin verheirateter Bankangestellter hat sich aus den Kundendaten die Handynummer einer Frau besorgt, um per SMS mit ihr anzubandeln. „Dieser Blickkontakt hat mich beeindruckt. Sie besitzen eine große Ausstrahlung. Vielleicht ging es Ihnen ja wie mir gestern Morgen. Handy-Nr...“, schrieb er ihr nach Angaben des Gerichts. Einen Tag zuvor hatte der Mann die Frau an einer Tankstelle mit den Worten angesprochen: „Kennen wir uns nicht? Sie kommen mir bekannt vor!“ Der Tankwart hatte ihm dann auf Nachfrage ihren Namen genannt.

Die Frau zeigte sich aber wenig angetan und empfand die Kontaktaufnahme als ungehörige Anmache - zumal der Mitarbeiter sie eine Woche später in der Bank erneut ansprach, als sie dort einen Termin hatte. Die Kundin beschwerte sich beim Vorstand der Bank, daraufhin versetzte die Bank den Mitarbeiter wegen missbräuchlicher Verwendung von Daten mit einer sogenannten Änderungskündigung auf eine um 300 Euro schlechter bezahlte Stelle.

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz hat die Strafversetzung nun jedoch für ungültig erklärt. Demnach muss ihn der Arbeitgeber vielmehr zuvor abmahnen und darf erst im Wiederholungsfall zu schärferen Sanktionen greifen (Az.: zehn Sa 329/11). Damit gab das Gericht der Klage des Bankmitarbeiters statt. Das LAG hielt der Bank vor, sie habe voreilig gehandelt. Angesichts des nicht besonders schweren Fehlverhaltens des Klägers hätte es eine Abmahnung zunächst auch getan - dies wäre wahrscheinlich Warnung genug gewesen.

 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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