Ungewollte Werbung: Obama-Zwischenfall könnte „Ende aller Selfies“ sein

Ungewollte Werbung
Obama-Zwischenfall könnte „Ende aller Selfies“ sein

Ein Sportler machte den US-Präsidenten Barack Obama zum unfreiwilligen Werbebotschafter. Nun könnte es im Weißen Haus zum „Selfie“-Verbot kommen. Die Handy-Selbstporträts sorgen nicht zum ersten Mal für Probleme für Obama.
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New YorkSchon wieder gibt es „Selfie“-Ärger im Weißen Haus: Nach einem umstrittenen Selbstporträt während der Beerdingung von Südafrikas Nationalheld Nelson Mandela, landete Obama erneut auf einem umstrittenen „Selfie“. Der neueste Faux-pas entstand beim Besuch eines Baseball-Teams im Weißen Haus.

Bei der Pressekonferenz posierte US-Präsident Obama für ein Handy-Porträt mit einem der Spieler, ohne zu wissen, dass dieser einen Sponsoring-Vertrag mit dem Smartphone-Hersteller Samsung hat.

Teil des Deals: Ortiz muss seine Selfies auf Twitter stellen. Das tat er auch mit dem präsidialen Selbstporträt, wo es sofort seinen Weg auf das Twitter-Konto des koreanischen Smartphone-Giganten Samsung fand, mit dem Ortiz den Vertrag unterschrieben hatte.

Das sei „ein echtes Problem für das Weiße Haus“, sagte einer von Obamas Top-Beratern, Dan Pfeiffer, in der TV-Sendung „Face the Nation“. „Vielleicht wird es das Ende aller Selfies“, sagte Pfeiffer. Bei Samsung habe man sich bereits beschwert: „Wir haben uns mit Samsung unterhalten und unsere Bedenken angebracht.“

Für Obama ist es nicht das erste Mal, dass ihm ein Selfie zum Verhängnis wird. Das letzte hatte die dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt mit dem US-Präsidenten und dem britischen Premier David Cameron geschossen – während der Beerdigung von Nelson Mandela im Dezember. Viele fanden es nicht staatsmännisch genug, während eines solchen Anlasses in die eigene Handykamera zu grinsen.

PR-Coup für Samsung

Auch Samsung ist nicht unerfahren mit den Folgen von Selfies: Für den Smartphone-Bauer sind die Folgen allerdings positiver. Das Samsung-Selfie von Sportstar Ortiz wurde schon über 40.000 Mal retweetet, also weitergeleitet. Auch beim auf Twitter am meisten verbreiteten Foto hatten die Leute von Samsung ihre Finger im Spiel. Während der Oscar-Verleihung wurde dank eines Sponsoring-Vertrags mit Moderatorin Ellen DeGeneres während der Sendung eines geschossen – und rasch weit über eine Million mal weitergeleitet. Ein Rekord.

Auch damals hieß der Verlierer Barack Obama: Bis dahin hatte nämlich er den Twitter-Rekord gehalten. Das Foto von ihm und First Lady Michelle wurde fast eine Million Mal weitergeleitet.

Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

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