Ungleichheit so groß wie nie: Acht Milliardäre reicher als die gesamte ärmere Hälfte der Welt

Ungleichheit so groß wie nie
Acht Milliardäre reicher als die gesamte ärmere Hälfte der Welt

Acht Männer besitzen laut einer Oxfam-Studie zusammen mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Der Wohlstand weltweit ist so ungleich verteilt wie nie. Auch reiche Länder wie Deutschland sind betroffen.
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Davos/BerlinDie globale Ungleichheit hat laut einer neuen Studie ein dramatisches Ausmaß erreicht. Nur acht superreiche Männer verfügen gemeinsam über ein ähnlich großes Vermögen wie die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung – 3,6 Milliarden Menschen, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Hilfsorganisation Oxfam hervorgeht. In deren Report vom Vorjahr hatte diese Vergleichszahl der Supereichen noch bei 62 gelegen. Vor dem Start des Weltwirtschaftsforums in Davos mahnte Oxfam die Eliten zu echten Anstrengungen gegen die zunehmende Wohlstandskluft.

„Es ist obszön, dass so viel Reichtum in den Händen so weniger ist, wenn einer von zehn Menschen mit weniger als zwei Dollar pro Tag überlebt“, mahnte Winnie Byanyima, Exekutivdirektorin von Oxfam. „Ungleichheit hält Hunderte Millionen in Armut gefangen, sie reißt unsere Gesellschaften auf und untergräbt Demokratie.“

Als Gegenrezept schlägt der Oxfam-Bericht eine höhere Besteuerung von Reichtum und Einkommen vor, um für gerechtere Bedingungen zu sorgen. Dadurch könnten zudem Investitionen in öffentliche Dienste und Jobs finanziert werden. Zudem mahnte die Hilfsorganisation eine bessere internationale Kooperation an, um angemessene Bezahlung von Arbeitern sicherzustellen und Steuerflucht von Reichen zu vermeiden.

Die Autoren der Studie riefen Regierungs- und Staatschefs auf, nicht länger nur Lippenbekenntnisse abzugeben, sondern aktiv gegen die Ungleichheit vorzugehen. Ansonsten werde der öffentliche Unmut noch zunehmen und zu weiteren erdbebenartigen politischen Umwälzungen wie dem Brexit-Votum in Großbritannien und dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA führen, warnten sie.

Für die Studie zog die Organisation unter anderem die Forbes-Liste der Superreichen heran, die im März 2016 veröffentlicht worden war. Danach steht Microsoft-Gründer Bill Gates mit einem Nettovermögen von 75 Milliarden an der Spitze. Auf den Plätzen folgen der spanische Modeunternehmer Amancio Ortega, US-Finanzier Warren Buffett, der mexikanische Geschäftsmogul Carlos Slim, Amazon-Chef Jeff Bezos, Facebook-Schöpfer Mark Zuckerberg, Larry Ellison von Oracle und Michael Bloomberg, der Ex-Bürgermeister von New York.

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Associated Press / Nachrichtenagentur
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    die sich angemessene Beiträge zur sozialen Gerechtigkeit locker leisten können - und manche von ihnen auch gerne leisten wollen! Genaugenommen ist die Ungleichheit das Ergebnis einer "immerwährenden Umverteilung", wie sie in unseren Steuer- und Abgabensystemen seit Jahrzehnten verankert ist! Warum eigentlich?
    4. Die vom Bundesverfassungsgericht bei der Erbschaftsteuer vorgegebene verfassungskonforme Wegweisung (Eigentum verpflichtet) konsequent umsetzen. Der von einigen Experten mittlerweile vorgelegte Vorschlag einer Erbschaftssteuer-Flatrate zeigt durchaus in eine wegweisende Richtung. Allerdings halte ich eine Flatrate von bisher diskutierten 8-15% für lachhaft. 30-50% bei einer entsprechend hohen Freigrenze (1 Mio EUR) wäre ein Meilenstein in vielerlei Hinsicht! Aber die Politik, einschließlich der wankelmütigen Grünen, hat sich mal wieder auf einen faulen Kompromiß zu Lasten der sozialen Gerechtigkeit geeinigt! Die Familienunternehmer können die Sektkorken knallen lassen!
    5. Die Medien kritisieren bzw. meiden, wenn sie, wie meist, die Parolen der Leugner der Ungleichheit verstärken!
    6. Abschied nehmen von der noch üblichen, aber längst überholten Einteilung in Reiche (ab rd. 40 TEUR p.a.) und Sehr Reiche (ab rd. 60 TEUR p.a.), die bei allen Überlegungen zu einer Verteilungsänderung Ängste bei den Falschen auslöst. Handlungsbedarf ist hier nur bei den Super-Reichen, die aber in den üblichen Statistiken gar nicht getrennt ausgewiesen werden.
    7. Nur die wählen, die soziale Gerechtigkeit können und wollen!
    Und: die nächsten Wahlen stehen vor der Türe!
    http://youtu.be/0zSclA_zqK4
    Was sagt der Bundestag?
    http://youtu.be/QGOx8I0COYg
    Viel Spaß beim Anhören!

    PS:
    1. Mittlerweile haben die Ungleichheits-Lügner erkannt, dass ihre Lügen zunehmend nicht mehr geglaubt werden. Daher zünden sie eine neue Nebelbombe: "Ungleichheit ist nicht notwendigerweise auch ungerecht".
    2. "Rauchen ist gar nicht gesundheitsschädlich". Dr. Marlboro

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    +94.5% for top 1%; +14.3% for the rest. Top 1% captured 52% of income growth, rest 48% (Quelle: http://eml.berkeley.edu/~saez/saez-UStopincomes-2015.pdf …)
    Noch extremer wird die Entwicklung der Ungleichheit, wenn man nicht das Einkommen, sondern das Vermögen betrachtet bzw. wenn man nicht die top 1% sondern die top 0,1% der Einkommenspyramide zum Vergleich heranzieht. Und ähnlich sieht es auch in Deutschland aus. Aber hier argumentieren die Leugner der Ungleichheit, auf der Vermögensseite müssten noch die Rentenansprüche berücksichtigt werden, was das Bild total verändert würde. Aber, verehrte Leugner-Experten: Rentenansprüche sind nun mal kein Vermögen! Aber das hören die Leugner der Einkommens- bzw. Vermögensungleichheit nicht so gerne!
    Besonders dreist ging kürzlich die CDU vor. Nachdem sie entsprechend kritische Passagen aus dem neuesten Armutsbericht der Bundesregierung streichen ließ, hat sie auf ihrer Web-Site folgendes veröffentlicht: "Die Schere zwischen Arm und Reich schließt sich" und "CDU-Politik zahlt sich aus. Laut Armutsbericht nimmt zudem die Einkommensungleichheit ab" (https://www.cdu.de/search/site/armutsbericht).

    Was ist zu tun?
    1. Die Politik überzeugen, dass die Themen Ungleichheit und soziale Gerechtigkeit endlich umfassend anzugehen sind. Nur so gewinnt man auch die "Abgehängten" wieder zurück, die, mangels politisch überzeugendem Angebot, möglicherweise auf die rechten Populisten hereinfallen. Rufe nach Burka-Verboten und ähnlichen Symbolhandlungen, wie sie derzeit u.a. auch in der Union verbreitet sind, lenken nur ab.
    2. Die Behauptung "uns ging es noch nie so gut wie jetzt" zurückweisen, es sei denn, Sie sind einer dieser Super-Reichen!
    3. Diejenigen in die Ecke stellen, die die Thematik mit Floskeln wie "den anderen Leuten in die Taschen greifen" oder "Neiddebatte" aushebeln wollen. Die "anderen Leute" sind die Super-Reichen, häufig auch durch "unverdiente" Erbschaften reich geworden, die sich angemessene Beiträge zur sozialen ..

  • Achtung! Die Ungleichheits-Lüge geht um!
    Dass die Ungleichheit bzw. soziale Spaltung auch in Deutschland seit Jahren zunimmt, und mittlerweile auf einem inakzeptablen Niveau angelangt ist, dürfte wohl unstrittig sein. Lediglich dort, wo dieses Ergebnis politisch nicht gewünscht wird, wird versucht, dagegen zu argumentieren, indem i.d.R. die Zahlenbasis bestritten wird. Neuerdings hat sogar die Bundesbank ihre im Konjunktiv vorgetragene "Vermutung" veröffentlicht (warum wohl?), dass durch die lockere Geldpolitik der EZB die Einkommensungleichheit reduziert werden könnte, obwohl doch unbestritten ist, dass diese Politik zur größten Umverteilung seit der Währungsreform 1948 bei Sparern und Rentnern führt bzw. schon geführt hat. U.a. auch von "namhaften" Wirtschaftswissenschaftlern (nicht nur von IW und IFO) - wird immer wieder versucht, die Zahlenbasis anzugreifen bzw. zu relativieren! Erst kürzlich hat Herr Hüther vom arbeitgebernahen IW diese Zahlentrickserei wieder eindrucksvoll in der Zeit demonstriert (http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-09/ungleichheit-einkommen-schere-deutschland-verteilung-studie ), indem er einfach mal den Zeitraum 2009-2013 willkürlich herausgegriffen hat! Aber auch die Welt, die ja kürzlich die wachsende Ungleichheit noch als Märchen abgetan hatte, reiht sich ein in diese Riege der Zahlenakrobaten, jüngst mit dem Artikel "Der wahre Spaltpilz der amerikanischen Gesellschaft":
    http://www.welt.de/wirtschaft/article157451200/Der-wahre-Spaltpilz-der-amerikanischen-Gesellschaft.html
    Dort werden willkürlich die Jahre 2007 und 2015 herausgegriffen und für diesen Zeitraum eine weitere Vergrößerung der Einkommensungleichheit zwischen den obersten 1% der Einkommenspyramide und den restlichen 99% in den USA bestritten. Übrigens eine Methode, der sich auch die Klimawandel-Leugner bedienen!
    Bei einer weiter zurückreichenden Langfristbetrachtung kommt man jedoch zu ganz anderen Ergebnissen:
    US real income growth 1993-2015: ...

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