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Unglück von Luxor: Ballonabsturz gefährdet Ägyptens Tourismusbranche

Das Unglück um den abgestürzte Heißluftballon in Luxor bedeutet einen neuen Schlag für Ägyptens Tourismus. Die politischen Unruhen der vergangenen beiden Jahre kosteten bereits über fünf Millionen Besucher jährlich.

Ausflüge mit Heißluftballons sind schon öfters tragisch geendet. Quelle: AP/dpa
Ausflüge mit Heißluftballons sind schon öfters tragisch geendet. Quelle: AP/dpa

DüsseldorfDie kleine Reise im Ballon war schon fast zu Ende, als das Unglück nahe der ägyptischen Tempelstadt Luxor seinen Lauf nahm. Der Ballonführer hatte seine Kollegen schon zu dem Ort dirigiert, an dem er mit den Touristen landen wollte. Er reichte ihnen ein Seil hinunter, mit dem sie den Ballon stabilisieren sollten. Der Boden sei zu diesem Zeitpunkt schon ganz nah gewesen, berichten die Ermittler, die mit der Aufklärung des Unglücks betraut wurden.

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Schwere Unfälle mit Heißluftballons

  • August 2012

    Nahe der slowenischen Hauptstadt Ljubljana sterben beim Absturz eines Heißluftballons mindestens vier Menschen. 28 Verletzte werden in Krankenhäuser gebracht. Der Ballon mit 32 Ausflugsgästen hatte kurz vor der Landung einen Baum berührt und Feuer gefangen.

  • Januar 2012

    Fünf Paare lösen Weihnachts-Geschenkgutscheine ein und starten nördlich von Wellington in Neuseeland mit einem Piloten zu einer Ballonfahrt. Der Ballon streift eine Stromleitung, gerät in Brand und stürzt ab. Alle elf Insassen kommen ums Leben.

  • April 2009

    In Luxor fährt ein Heißluftballon gegen einen Mobilfunkmasten und stürzt ab. 16 von insgesamt 27 Touristen aus unterschiedlichen Nationen an Bord werden verletzt.

  • Februar 2008

    Sieben Insassen werden verletzt, als bei starkem Wind drei Ballons mit insgesamt 60 Urlaubern an Bord über Luxor zusammenstoßen.

  • November 2004

    Beim Absturz eines Heißluftballons in Luxor wenige Minuten nach dem Start erleiden zwei Touristen leichte Verletzungen. Weitere 22 Insassen kommen mit dem Schrecken davon.

  • August 2001

    In der französischen Region Savoyen streift ein Ballon eine Hochspannungsleitung und gerät in Brand. Alle sechs Insassen sterben, als Gasflaschen an Bord explodieren und das Gefährt abstürzt.

  • Juni 1999

    Beim Absturz eines Heißluftballons im Münsterland kommen alle vier Insassen ums Leben. Nach Angaben der Polizei streift der Ballon in der Nähe von Ibbenbüren eine Hochspannungsleitung und geht in Flammen auf.

Das Seil soll den Gasschlauch berührt und beschädigt haben, so dass plötzlich Mengen von Gas austraten, durch die der Ballon wieder Auftrieb bekam. Die Bewohner des Dorfes Al-Dhabaija sehen, wie der brennende Ballon auf ein Feld stürzte. Sie hören mehrere Explosionen. Die Bauern machen sich auf den Weg, um nach den Opfern zu suchen. Später treffen Feuerwehrleute ein, die das brennende Wrack löschen. Die Leichen, von denen einige bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, werden in schwarzen Plastiksäcken davongetragen. 18 Menschen mussten ihr Leben lassen, die meisten davon waren Touristen aus Asien.

18 Tote in Luxor Touristen sterben bei Ballonunglück in Ägypten

Ob Deutsche unter den Opfern sind, ist noch unklar.

Für die ägyptische Tourismusbranche ist der Unfall nach den politischen Unruhen der vergangenen zwei Jahre eine weitere Katastrophe, die abschreckend auf ausländische Urlauber wirkt. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Touristen unter zehn Millionen. Im Boomjahr 2010 waren noch fast 15 Millionen Urlauber nach Ägypten gekommen. Auch in Luxor, das mit seinen Tempeln und Gräbern aus der Pharaonenzeit Hauptattraktion vieler Ägyptenreisen ist, sind die Folgen der Unruhen seit langem zu spüren.

  • 27.02.2013, 10:40 UhrZarakthuul

    Allenfalls kurzfristig wird sich dieser Ballonabsturz auf den Tourismus auswirken. Langfristig ist er unerheblich. So wie Flugzeugabstürze, Busunglücke und sinkende Kreuzfahtschiffe nur zeitlich befristete Effekte haben. Denn Unfälle sind ein "normales" Risiko. Radikale Religiöse mit Kalschnikows und Sprengstoffgürteln haben dagegen einen dauerhaft negativen Effekt. Auch wenn mehr Urlauber durch Unglücke ums Leben kommen als durch Terroristen.

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