Unglück von Luxor: Ballonabsturz gefährdet Ägyptens Tourismusbranche

Unglück von Luxor
Ballonabsturz gefährdet Ägyptens Tourismusbranche

Das Unglück um den abgestürzte Heißluftballon in Luxor bedeutet einen neuen Schlag für Ägyptens Tourismus. Die politischen Unruhen der vergangenen beiden Jahre kosteten bereits über fünf Millionen Besucher jährlich.
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DüsseldorfDie kleine Reise im Ballon war schon fast zu Ende, als das Unglück nahe der ägyptischen Tempelstadt Luxor seinen Lauf nahm. Der Ballonführer hatte seine Kollegen schon zu dem Ort dirigiert, an dem er mit den Touristen landen wollte. Er reichte ihnen ein Seil hinunter, mit dem sie den Ballon stabilisieren sollten. Der Boden sei zu diesem Zeitpunkt schon ganz nah gewesen, berichten die Ermittler, die mit der Aufklärung des Unglücks betraut wurden.

Das Seil soll den Gasschlauch berührt und beschädigt haben, so dass plötzlich Mengen von Gas austraten, durch die der Ballon wieder Auftrieb bekam. Die Bewohner des Dorfes Al-Dhabaija sehen, wie der brennende Ballon auf ein Feld stürzte. Sie hören mehrere Explosionen. Die Bauern machen sich auf den Weg, um nach den Opfern zu suchen. Später treffen Feuerwehrleute ein, die das brennende Wrack löschen. Die Leichen, von denen einige bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, werden in schwarzen Plastiksäcken davongetragen. 18 Menschen mussten ihr Leben lassen, die meisten davon waren Touristen aus Asien.

Für die ägyptische Tourismusbranche ist der Unfall nach den politischen Unruhen der vergangenen zwei Jahre eine weitere Katastrophe, die abschreckend auf ausländische Urlauber wirkt. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Touristen unter zehn Millionen. Im Boomjahr 2010 waren noch fast 15 Millionen Urlauber nach Ägypten gekommen. Auch in Luxor, das mit seinen Tempeln und Gräbern aus der Pharaonenzeit Hauptattraktion vieler Ägyptenreisen ist, sind die Folgen der Unruhen seit langem zu spüren.

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Wut nach dem Unglück

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  • Allenfalls kurzfristig wird sich dieser Ballonabsturz auf den Tourismus auswirken. Langfristig ist er unerheblich. So wie Flugzeugabstürze, Busunglücke und sinkende Kreuzfahtschiffe nur zeitlich befristete Effekte haben. Denn Unfälle sind ein "normales" Risiko. Radikale Religiöse mit Kalschnikows und Sprengstoffgürteln haben dagegen einen dauerhaft negativen Effekt. Auch wenn mehr Urlauber durch Unglücke ums Leben kommen als durch Terroristen.

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