Unglücksflug MH370
Welche Antworten kann das Wrackteil liefern?

Ein angeschwemmtes Wrackstück ist neuer Hoffnungsträger bei der Suche nach Erklärungen für den mysteriösen Unglücksflug MH370. Aber noch ist unklar, ob es überhaupt zur vermissten Boeing 777 gehört.
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Saint-Denis Bei der Suche nach der verschwundenen Malaysia-Airlines-Maschine gibt es eine neue Spur. Ein Flugzeugteil, das vor Afrikas Ostküste an der Insel La Réunion angeschwemmt wurde, könnte von der Boeing 777 stammen. Noch warnen die Ermittler vor allzu großer Hoffnung. Doch selbst wenn die Klappe von der Boeing stammt: Welche Informationen könnte sie liefern?

Kann man anhand eines Wrackstücks auf den Flugzeugtyp schließen?
Ja. Für heutige Flugzeuge existieren ganze „Lebenslaufakten“, in denen lückenlos alle verbauten Teile inklusive ihrer Zulassung für den Luftfahrtbetrieb aufgeführt werden. Die Kontrollmechanismen in der Luftfahrt sind weitaus gründlicher ausgeprägt als etwa im Automobilbau. Die Hersteller der Bauteile wiederum haben lückenlose Nachweise für ihre Lieferketten und markieren ihre Produkte, damit sie nach dem Einbau konkret zugeordnet werden können.

Welche anderen Rückschlüsse kann man aus Wrackteilen ziehen?
Professionelle Unfallermittler können in Wrackstücken lesen wie in einem Buch. Bei den hochkomplexen Auswertungen und Analysen spielen selbst kleinste Hinweise auf den Zerstörungsgrad der Fundstücke oft eine große Rolle. Verrußte Stellen etwa, die auf Feuer hinweisen oder spezielle Bruchkanten und Verformungen, die auf Explosionen hindeuten, liefern wertvolle Hinweise auf die Unglücksursache. Flugunfalluntersuchungen dienen in erster Linie der Flugsicherheit, nicht der Rechtsfindung: Sie sollen Hinweise liefern, wie sich die Luftfahrt künftig noch sicherer machen lässt.

Welche Unglückstheorie um Flug MH370 ist nun am wahrscheinlichsten?
Der Zustand der gefundenen Flügelklappe kann bereits erste Hinweise darauf geben, ob das dazugehörige Flugzeug in der Luft auseinandergebrochen ist oder in einem eher flachen Winkel auf die Wasseroberfläche geprallt ist. Auf den Fotos des Wrackteils ist erkennbar, dass es offenkundig abgerissen wurde. Zudem ist es mit rund zwei Meter relativ groß. Eine gründliche Analyse des Teils, das offenbar seit langem im Wasser trieb, könnte daher die eine oder andere Theorie rund ums Verschwinden von MH370 eliminieren - vorausgesetzt, das Teil gehörte wirklich zur vermissten Boeing 777.

Könnte es Aufschlüsse geben über die letzten Stunden an Bord?
Nein, das kann nur die Black Box. Bekannt ist bislang nur: Die Maschine drehte zwischen Kuala Lumpur in Malaysia und der chinesischen Hauptstadt Peking ungeplant Richtung Westen ab. Sie flog laut indischen Aufzeichnungen entlang der Grenze zwischen Malaysia und Thailand und bog dann Richtung Süden ab. Aufgefangene Satellitensignale legen nahe, dass sie vermutlich noch sieben Stunden in der Luft blieb - also etwa, bis der Tank leer war. Das Kommunikationssystem der Boeing war abgeschaltet, deswegen gab es keinen Kontakt zu den Piloten. Der letzte Funkspruch um 1.19 Uhr aus dem Cockpit lautete: „Good night, Malaysian Three Seven Zero.“

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