Unglücksursache noch unklar
Zwei Bundeswehr-Jets stoßen über St. Peter Ording zusammen

Zwei Tornado-Jets der Bundeswehr sind am Mittwoch über Garding auf der Halbinsel Eiderstedt in Schleswig-Holstein zusammengestoßen und abgestürzt. Zwei der vier Insassen kamen dabei ums Leben.

HB GARDING. Dabei wurden zwei der vier Insassen getötet; die beiden übrigen retteten sich nach Angaben der schleswig-holsteinischen Polizei mit dem Fallschirm. Die Ursache für das Unglück nahe der St. Peter Ording über der dünn besiedelten nordfriesischen Halbinsel Eiderstedt ist bisher unbekannt.

Wie ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin mitteilte, gehörten die beiden Flugzeuge zum Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ in Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg). Unklar sei noch, warum die beiden Kampfjets aufgestiegen sind und wie es zu der Kollision kam.

Nach Erkenntnissen der Deutschen Flugsicherung GmbH im hessischen Langen waren die beiden Jets als so genannte Sichtflieger in einem zeitweilig gesperrten Luftraum unterwegs. „Das heißt, dass sie keine Fluganweisungen von uns erhalten haben“, sagte Pressesprecher Axel Raab. Während des Formationsfluges hätten die Piloten in einer Höhe von rund 5 000 Metern eine Kurve gezogen und seien dabei zusammengestoßen. Gegen 10.15 Uhr seien die beiden Maschinen vom Radarschirm verschwunden. Überwacht würden diese Übungsflüge von militärischen Fluglotsen, erklärte Raab.

Nach Angaben der Polizei sperrten Einsatzkräfte ein rund acht Quadratkilometer großes Gebiet nordwestlich von Garding ab. Dort waren Trümmerteile der Flugzeuge niedergegangen. Die beiden Überlebenden wurden in Krankenhäuser gebracht. Kriminalpolizei, Rettungshelfer und Feuerwehren aus benachbarten Dörfern sowie Soldaten der Bundeswehr untersuchten die Unglücksstelle am Nachmittag.

Stichwort: Kampfflugzeug Tornado

Der Tornado ist ein zweisitziges Allwetter- Angriffsflugzeug. Die in den siebziger Jahren entwickelte Mehrzweckmaschine wurde von der Bundeswehr 1982 eingeführt. Zur Zeit verfügt die Luftwaffe über 268 und die Marine über 48 Tornados. Das Verteidigungsministerium will die Zahl bis zum Jahr 2013 drastisch reduzieren.
Das Flugzeug hat zwei Mann Besatzung: den Piloten und den dahinter sitzenden Waffensystemoffizier. Er ist für die Navigation und die Vorbereitung der Bordraketen zuständig. Ausgelöst werden die Waffen vom Piloten.
Die Luftwaffe setzt den über 17 Meter langen Schwenkflügler als schweren Jagdbomber und zur Bekämpfung radargeführter Flugabwehr ein. Die Marine nutzt das bis zu 2  400 Kilometer pro Stunde schnelle Flugzeug für Kampf- und Aufklärungsmissionen.
Der Jet war bereits vor seiner Indienststellung 1982 besonders wegen steigender Kosten umstritten. Eine Anfang 1998 einsetzende Unfallserie brachte die Maschine erneut ins Gerede.

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