Unna
Keine weiteren Opfer nach Brandtragödie gefunden

Nach der Brandtragödie mit fünf Toten und zwei Verletzten am ersten Weihnachtstag in Unna sind bislang keine weiteren Opfer gefunden worden. Am heutigen Samstammittag will die Staatsanwaltschaft weitere Details bekanntgeben. Die Brandursache ist weiter unklar.
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HB UNNA. Nach Angaben der Behörden war zunächst nicht auszuschließen gewesen, dass in dem ausgebrannten Zweifamilienhaus weitere Menschen, Gäste der Familie, starben. Die zuständige Dortmunder Staatsanwaltschaft kündigte am Samstag für den Mittag eine Mitteilung über den Stand der Ermittlungen an. Möglicherweise lägen dann auch schon erste Ergebnisse der angeordneten Obduktion vor, sagte Sprecherin Ina Holznagel am Vormittag.

Bei dem Feuer kamen am frühen Freitagmorgen fünf Menschen ums Leben, ein 56-jähriger Mann und eine Frau überlebten mit schweren Verletzungen. Der Mann war aber nach Stunden außer Lebensgefahr. "Insgesamt könnten sich bis zu neun Personen in dem Haus aufgehalten haben", hatte Landrat Michael Makiolla gesagt. Der zum Unglücksort geeilte nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus: "So eine Tragödie an Weihnachten, das hinterlässt bei uns allen ein Stück Fassungslosigkeit", sagte er.

Brandursache noch unklar

Was den Brand in der Nacht auslöste, ist noch unklar. Der 56-jährige Bewohner rettete sich gegen 04.40 Uhr aus dem brennenden Haus und alarmierte per Handy die Feuerwehr. Beim Eintreffen der Löschfahrzeuge stand das Gebäude im Unnaer Stadtteil Königsborn in Flammen. Der 56-Jährige erklärte den Feuerwehrleuten, wo genau sich Menschen in dem Haus aufhielten, ehe er ins Krankenhaus gebracht wurde. Drei Tote wurden im Anbau geborgen und zwei im Hauptgebäude. Wiederbelebungsversuche vor Ort blieben erfolglos.

Als Bewohner gemeldet sind dort ein älteres Ehepaar und eine vierköpfige Familie. Fest steht, dass drei Generationen in dem Haus lebten: Das älteste Opfer sei über 70, das jüngste um die 20 Jahre alt, sagte ein Polizeisprecher. Die Toten sollten nach Angaben der Oberstaatsanwältin am Samstag und Sonntag in der Rechtsmedizin obduziert werden. Möglicherweise können sie erst dadurch identifiziert werden.

Von dem Haus sind nur Mauern und verkohlte Balken übrig. Die Rettungsarbeiten wurden laut Feuerwehr durch die Bauweise des Hauses erschwert: Hinter dem eineinhalbstöckigen Hauptgebäude befand sich ein Anbau mit ausgebautem Dachgeschoss. "Äußerst schwierig, äußerst verwinkelt, äußert schwer zu überblicken", sagte der Leiter der Unnaer Feuerwehr, Thomas Engelbert.

Trauerbeflaggung angeordnet

Die Feuerwehr geht davon aus, dass die Flammen im Anbau ausbrachen, weil dort "das größte Brandgeschehen" war. Die Fensterscheiben zerbarsten, und vor dem Anbau fingen zwei Autos Feuer. Die Feuerwehr setzte 95 Kräfte und sieben Rettungsteams sowie zwei Notärzte und ein Team der Notfallseelsorge ein. Erst am Nachmittag konnte der Brandsachverständige der Ermittlungsbehörden die Ruine betreten. Nach etwa zwei Stunden war der Brand unter Kontrolle. Der Löscheinsatz konnte schließlich am Nachmittag beendet werden. Bis zum späten Abend wurde die Brandstelle regelmäßig kontrolliert.

Die Verwaltung ordnete Trauerbeflaggung am Unnaer Rathaus für den ersten und zweiten Weihnachtstag an. "Die Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt Unna sind schockiert und fassungslos", hieß es in einer Mitteilung. "Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Hinterbliebenen der Opfer dieser schrecklichen Brandkatastrophe."

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