Uno-Studie
Wüstenausbreitung: „Millionen droht Vertreibung“

Die Ausbreitung von Wüsten könnte einer Uno-Studie zufolge in den nächsten zehn Jahren viele Mill. Menschen weltweit aus ihrer Heimat vertreiben. Das Papier kritisiert die Politik: Der Ernst der Situation werde verkannt.

HB OSLO/ BANGKOK. Das Vordringen der Wüsten gefährde vor allem Menschen in Afrika und Zentralasien und könnte zu sozialen Unruhen führen, sagte der Hauptautor der Studie, Zafar Adeel, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Dem Hauptautor der Studie zufolge breiten sich besonders die Sahara sowie die Wüste Gobi aus.

Adeel warnte davor, dass dadurch auch die Stabilität benachbarter Staaten durch Flüchtlingsströme ernsthaft gefährdet werde. Als Grund für die Wüstenausbreitung machte die Studie den Klimawandel und die Überbeanspruchung von Böden durch die Landwirtschaft aus.

Nach Einschätzung der Autoren des Uno-Berichts sei das Vordringen der Wüsten „die größte ökologische Herausforderung unserer Zeit“. Dieses Problem anzugehen, sei ein entscheidender Faktor bei der Anpassung an das veränderte Klima, sagte Professor Hans van Ginkel von der Universität der Vereinten Nationen. In dem Bericht werden die Regierungen in den von Dürre betroffenen Regionen aufgefordert, die Politik der Landnutzung zu ändern und beispielsweise Überweidung zu stoppen.

Die Autoren des Berichts kritisierten, dass im Kampf gegen die Versteppung die finanziellen Mittel fehlten. So hätten die Zusagen der Geberländer bei einer Konferenz der Uno-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung 1995 knapp 30 Prozent unter dem Bedarf der betroffenen Länder gelegen. Die Politik sei sich über den Ernst der Situation nicht im Klaren, sagte Adeel.

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