Unruhen in Pariser Vorstädten
Polizei dämmt Gewalt in Paris ein

Mit einem massiven Aufgebot hat die französische Polizei eine dritte Nacht der Gewalt in den Pariser Vorstädten verhindert. Zwar brannten am Abend wieder Autos, im Lauf der Nacht blieb es aber weitgehend ruhig. Dafür greifen die Unruhen jetzt auf andere Regionen über.

HB PARIS. In den Pariser Vorstädten ist es die dritte Nacht in Folge zu Unruhen gekommen. Ein starkes Polizeiaufgebot konnte das Ausmaß aber offenbar eindämmen. Am Dienstagabend hatten Jugendliche in Villiers-le-Bel sowie Goussainville etwa 20 Autos in Brand gesteckt. „Die Lage hat sich aber anschließend beruhigt“, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen. Mehr als 800 Polizisten sowie mehrere Hubschrauber mit Suchscheinwerfern waren im Einsatz. Gut zwei Dutzend Randalierer wurden festgenommen.

Ähnlich wie bei den Unruhen von 2005 griff die Gewalt auch auf andere Regionen über. In der südwestfranzösischen Stadt Toulouse setzten Jugendliche zehn Autos in Brand. Auch in einer Bibliothek sei ein Feuer gelegt worden, das jedoch umgehend gelöscht werden konnte, sagte eine Rathaussprecherin.

Auslöser der Gewalt war ein tödlicher Verkehrsunfall am Sonntag. Zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren prallten auf einem Mini-Motorrad mit einem Streifenwagen zusammen und erlagen noch am Unfallort ihren Verletzungen. Zeugen warfen den Beamten unterlassene Hilfeleistung vor. Die Staatsanwältin Marie-Therese de Givry teilte jedoch mit, die Polizisten seien vor Ort geblieben, bis die Feuerwehr eingetroffen sei.

Präsident Nicolas Sarkozy will noch am Vormittag mehrere verletzte Polizisten in der Klinik besuchen und die Eltern der beiden Jugendlichen im Élyséepalast empfangen. Für den Vormittag wurde eine Krisensitzung mit Mitgliedern des Kabinetts einberufen.

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