Untersuchung angeordnet
Polizist drohte laut Kindesmörder in Verhör mit Erschießung

Ein Schweriner Polizist wird verdächtigt, in einem Verhör mit Erschießung gedroht zu haben. Das sagte ein inzwischen verurteilter psychisch kranker Kindesmörder vor Gericht.

HB BERLIN. Ein Beamter der Schweriner Polizei steht im Verdacht, einem zum Zeitpunkt des Verhörs noch nicht überführten Kindesmörder mit Erschießung gedroht zu haben. Unter Berufung auf die Schweriner Staatsanwaltschaft berichtete der NDR, die Justizbehörde habe eine Anhörung des beschuldigten Polizisten angeordnet.

Rechtsanwalt Matthias Macht sagte dem Sender, der psychisch kranke Sebastian T. habe im Oktober im Prozess vor dem Landgericht Schwein über die Drohung gesprochen. Der 21-Jährige wurde am 9. November wegen Mordes an der siebenjährigen Sarah zu 13 Jahren Haft verurteilt und in eine psychische Anstalt eingewiesen. In dem Verhör soll der Polizist zu Sebastian T. gesagt haben «Ich knall dich ab», um das Verbleiben des zu dem Zeitpunkt noch nicht gefundenen Mädchens herauszubekommen.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte dem NDR, die Justizbehörde habe erst durch eine Nachfrage des Senders von dem Vorwurf gegen den Polizisten erfahren. Laut NDR ordnete Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Gottfried Timm eine Überprüfung der Verhörprotokolle an. Sollte die Äußerung in der Vernehmung gefallen sein, werde der Fall rückhaltlos aufgeklärt sagte der SPD-Politiker laut NDR. Jede Art von Folter und Gewaltandrohung sei in einem Rechtsstaat völlig ausgeschlossen, sagte Timm.

Der Schweriner Polizeidirektor Ullrich Tauchel sagte dem Sender, dass derartige Verhörmethoden nicht toleriert werden könnten.

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