Untersuchung des World Watch Institute: Besitz allein macht nicht glücklich

Untersuchung des World Watch Institute
Besitz allein macht nicht glücklich

Mehr Luxus und die weltweite Verbreitung des westlichen Lebensstils bedrohen die Ökosysteme. Dafür macht der gewachsene Besitz nicht glücklich.

HB WASHINGTON. Die weltweite Ausbreitung des westlichen Lebensstils bedroht nach einer Studie des Worldwatch-Instituts die Ökosysteme und Entwicklungschancen armer Länder. Der Trend zu immer mehr und größerem Besitz - größere Autos, größere Kühlschränke, größere Häuser - „ist mehr, als unser Planet ertragen kann“, sagte Christopher Flavin, Präsident des Worldwatch-Instituts.

Rund 1,7 Milliarden Menschen gehörten bereits der Konsumentenschicht (consumer class) an, heißt es in dem neuen „State of the World“-Bericht des renommierten Instituts. In den USA zählt das Institut 242 Millionen Menschen dazu, das sind 84 Prozent der Bevölkerung. In Deutschland beträgt dieser Anteil 92 Prozent und in Japan 95 Prozent. Die Hälfte der Konsumenten lebe aber bereits in Entwicklungsländern.

Die Konsumentenschicht kauft mehr Güter als nötig, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Die Ausgaben für Verbrauchsgüter hätten sich seit 1960 auf mehr als 20 Billionen Dollar (knapp 16 Billionen Euro) vervierfacht. Gleichzeitig lebten 1,2 Milliarden Menschen in extremer Armut.

„Mehr Fettleibigkeit, höhere Schulden, wenig Zeit und Umweltschäden zeigen, dass maßloser Konsum die Lebensqualität vieler Menschen beeinträchtigt“, sagte Flavin. „Der maßlose Konsumentenappetit untergräbt die Natur und macht es für die Armen der Welt noch schwieriger, ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen.“ Glücklicher mache der zunehmende Konsum auch nicht: Wie schon 1957 würden heute nur ein Drittel der US-Bürger angeben, „sehr glücklich“ zu sein, obwohl der Wohlstand damals nur halb so groß war.

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