Unwetter in Baden-Württemberg
Drei Frauen ertrinken in den Fluten

Katastrophale Verhältnisse in Baden-Württemberg: Bei heftigen Überschwemmungen in der Nacht zum Dienstag kamen drei Menschen ums Leben, hunderte mussten evakuiert werden. Die Wassermassen richteten immense Schäden an. Auch Hessen und Rheinland-Pfalz waren von Unwettern betroffen.

HB JUNGINGEN/FRANKFURT. Weggeschwemmte Autos, überflutete Straßen und Keller, hunderte von Menschen evakuiert - drei tot, mehrere vermisst. Ein Mann schwebt noch in Lebensgefahr. Das ist die verheerende Bilanz einer einzigen Nacht, in der erst sintflutartige Regenfälle über Baden-Württemberg niedergingen und dann heftige Überschwemmungen eine ganze Region ins Chaos stürzten.

Im Killertal ertranken in der Nacht zum Dienstag zwei Menschen. Eine Frau sei in Jungingen (Zollernalbkreis) in ihrem Auto von den Fluten weggerissen worden und ums Leben gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Ihre Beifahrerin galt zunächst als vermisst, wurde aber am Morgen ebenfalls tot aufgefunden. Im etwa sieben Kilometer entfernten Hechingen überraschten die Wassermassen eine Bewohnerin im Keller ihres Hauses, sie ertrank ebenfalls.

Mehrere Einwohner würden in der am meisten betroffenen Region Hechingen noch vermisst, sagte der Landrat des Zollernalbkreises, Günther-Martin Pauli (CDU), am Morgen dem Fernsehsender n-tv. Mindestens zehn Menschen seien verletzt in Krankenhäuser gekommen, teilte der stellvertretende Landrat, Matthias Frankenberg, im ZDF-„Morgenmagazin“ mit. Zudem hätten die Wassermassen im Killertal „immense Schäden“ angerichtet. Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) kündigte an, sich am Morgen selbst ein Bild von der Lage in der Unwetter-Region machen zu wollen.

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren stundenlang damit beschäftigt, vom Wasser eingeschlossene Menschen zu retten. Autos wurden weggespült, Straßen überflutet und Häuser drohten einzustürzen. In Oberschwaben wurde ein Lokführer lebensgefährlich verletzt, als der Zug gegen umgestürzte Bäume prallte. Im Zollernalbkreis wurde ein Krisenstab eingerichtet. Auch am frühen Dienstagmorgen war es für die Helfer schwierig, sich ein genaues Bild der Lage zu verschaffen. Elf Menschen kamen nach Angaben des Landratsamtes in Balingen mit Verletzungen ins Krankenhaus, darunter auch ein Feuerwehrmann.

Insgesamt seien in der Region mehrere hundert Menschen in Sicherheit gebracht worden, sagte Landrat Günther-Martin Pauli (CDU). „Viele konnten bei Nachbarn unterkommen oder bereits wieder in ihre Häuser zurückkehren.“ In Schulen und Turnhallen wurden Notunterkünfte eingerichtet. Auch am Morgen waren noch mehrere hundert Einsatzkräfte damit beschäftigt, Keller leerzupumpen und Straßen freizuräumen.

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