Unwetter in Deutschland und Frankreich
Hochwasserkatastrophe fordert zehn Menschenleben

Während in überschwemmten Dörfern die Aufräumarbeiten laufen, gibt es in anderen Landstrichen heftigen Niederschlag. Inzwischen zählen Rettungskräfte zehn Tote. Meteorologen kündigen weitere Gewitterstürme an.

Simbach/Berlin/Paris/LongjumeauNach den schweren Unwettern der vergangenen Tage mit mindestens zehn Toten geben die Meteorologen vorerst vor allem für Niederbayern keine Entwarnung. Zwar hob der Deutsche Wetterdienst alle Unwetterwarnungen für Deutschland vorerst auf - es werde aber weiterhin vor „markanten Gewittern“ in weiten Teilen des Landes gewarnt. Am Freitag könne es besonders in Bayern wieder kräftig regnen, sagte ein DWD-Sprecher am späten Donnerstagabend. In der Nacht regnete und gewitterte es dagegen in Hamburg und an der Nordsee. Am Donnerstag zogen außerdem Gewitterstürme über Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hinweg, während sich in Bayern neue Gewitter zusammenbrauten.

Einen Tag, nachdem reißende Flutwellen die niederbayerische Region rund um Simbach überschwemmt hatten, wurden am Donnerstag zwei weitere Opfer in der Stadt am Inn geborgen. Mit den 75 und 65 Jahre alten Männern erhöht sich die Zahl der Toten in Bayern auf mindestens sechs. Vier Menschen waren bereits in den vergangenen Tagen in Baden-Württemberg ums Leben gekommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach den Angehörigen der Opfer am Donnerstag ihre Anteilnahme aus. Die Bundesregierung trauere um die Menschen, für die Hilfe zu spät gekommen sei und sie trauere mit den Angehörigen, sagte Merkel in Berlin.

Auch Frankreich ist von Unwettern betroffen: Kunstwerke im weltberühmten Pariser Louvre müssen vor dem Hochwasser der Seine in Sicherheit gebracht werden. Dafür bleibt das Museum am Freitag geschlossen, wie die Direktion ankündigte. Zudem sei ein Krisenstab eingerichtet worden. Die Kunstwerke sollen in höher gelegene Stockwerke der ehemaligen Residenz französischer Könige gebracht werden.

Bis in die nächste Woche seien in Deutschland Schauer und Gewitter zu erwarten, sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD). „Tief „Friederike“ wird uns auch in den nächsten Tagen beschäftigen.“ Es werde zwar schwächer, bewege sich aber nur wenig und bringe weiter feuchtwarme Luft, die zu Schauern und Gewittern neige. „In der Atmosphäre ist kaum Bewegung“, sagte Trippler. Das Unwetterpotenzial vor allem für Starkregen bleibe erhöht, weil entstehende Gewitterzellen ohne Antrieb nur langsam ziehen.

In Nordrhein-Westfalen drohte der kleine Fluss Issel über die Ufer zu treten und einen Teil des Stadtkerns von Isselburg zu überfluten. 15 000 Sandsäcke sollten helfen, die Dämme zu sichern, teilte die Stadt am Donnerstag mit. In Hamminkeln dagegen habe sich die Lage etwas beruhigt, sagte ein Mitarbeiter der Kreisleitstelle Wesel am späten Donnerstagabend. „Es wird besser. Mit Hochleistungspumpen wurde schon eine ganze Menge geschafft.“

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Bayerns Regierung verspricht Soforthilfe

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