„Urbi et Orbi“
Papst ruft zu "neuer Weltordnung" auf

Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag zum ersten Mal den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ gespendet. In seiner Botschaft rief der neue Papst die Menschen auf, ihr Leben für den Glauben zu öffnen. Beim deutschen Weihnachtsgruß ging ihm gar ein Lächeln über die Lippen.

HB ROM. Auf Deutsch sagte das Oberhaupt der Katholiken: „Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!“

In seiner Ansprache verwies der Papst darauf, dass es zwar vor allem in den vergangenen Jahrhunderten enorme technologische und wissenschaftliche Fortschritte gegeben habe. „Der Mensch des technologischen Zeitalters ist jedoch in Gefahr, Opfer ebendieser Erfolge seiner Intelligenz und der Ergebnisse seiner Handlungsfähigkeit zu sein, wenn er sich auf eine geistliche Atrophie, auf eine Leere des Herzens zubewegt“, sagte der Papst.

Benedikt XVI. rief zu einer „neuen Weltordnung“ des Friedens und der Gerechtigkeit auf. Die christliche Botschaft der Nächstenliebe könne dem Menschen die Kraft geben, sich „für den Aufbau einer neuen Weltordnung einzusetzen, die auf gerechte ethische und wirtschaftliche Beziehungen gegründet ist“, sagte er am Sonntag vor Zehntausenden Menschen auf dem Petersplatz.

Er rief die Menschen eindringlich zur Einigung auf. „Die geeinte Menschheit wird die vielen und Besorgnis erregenden aktuellen Probleme in Angriff nehmen können: von der terroristischen Bedrohung bis zu den Bedingungen beschämender Armut, unter denen Millionen von Menschen leben, von der Rüstungszunahme bis zu den Pandemien und der Umweltverschmutzung, die die Zukunft unseren Planeten bedroht“.

Benedikt XVI. forderte weitere positive Entwicklungen im Irak, dem Nahen Osten und dem Libanon. Die ersten Zeichen der Hoffnung dort müssten bestätigt werden, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag vor tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom.

Zehntausende Menschen verfolgten auf dem Petersplatz wie Benedikt XVI. auf den Balkon des Petersdomes trat, die Weihnachtsbotschaft verkündete und den Segen „Urbi et Orbi“ (der Stadt und dem Erdkreis) sprach. Auf der Loggia hatte sich der neue Papst im April zum ersten Mal dem Volk gezeigt, nachdem die Kardinäle den deutschen Kardinal Joseph Ratzinger nach einem kurzen Konklave zum Nachfolger des verstorbenen Johannes Paul II. gewählt hatten.

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