Urlaubsorte und Fischerdörfer zerstört
Zahl der Tsunami-Opfer steigt weiter

Von der Tsunami-Katastrophe an Weihnachten 2004 war die indonesische Insel Java verschont geblieben. Doch hat das Seebeben gestern mehr als 300 Menschen das Leben gekostet, rund 23 000 Menschen sind nach der Flutwelle geflohen. Unter den Opfern sind auch Ausländer.

HB PANGANDARAN/INDONESIEN. Die Zahl der Opfer durch den Tsunami auf Java ist am Dienstag auf mindestens 306 gestiegen. Wie Behördensprecher Dudi Junaidi mitteilte, gab es allein in dem auch bei ausländischen Touristen beliebten Urlaubsort Pangandaran mindestens 172 Tote, mehr als 160 Menschen wurden noch vermisst. Unter den Opfern der Flutwelle seien auch Ausländer aus den Niederlanden und Schweden, sagte Junaidi, ohne Einzelheiten zu nennen.

Das Auswärtige Amt hat keine Informationen über deutsche Opfer des Tsunami in Indonesien. Die deutsche Botschaft in Jakarta stehe im Kontakt mit den Behörden vor Ort und habe einen Mitarbeiter in die betroffene Region entsandt, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin am Dienstag. Der Mitarbeiter solle sich ein Bild von der Lage verschaffen und eventuell betroffenen Deutschen Hilfe leisten. Außerdem gebe es Kontakte zum Erkundungsteam des Malteser-Hilfsdienstes. Ob und wie viele Deutsche in der Unglücksregion unterwegs gewesen seien, lasse sich nicht sagen.

Rund 23 000 Menschen sind nach der Flutwelle geflohen, entweder weil ihre Häuser zerstört wurden oder weil sie einen weiteren Tsunami fürchten. Ein Seebeben der Stärke 7,7 hatte am Montag zu einer zwei Meter hohen Flutwelle geführt, die Urlaubsorte und Fischerdörfer an einem rund 180 Kilometer langen Küstenabschnitt von Java zerstörte. Ein Augenzeuge berichtete, eine halbe Stunde vor dem Tsunami habe sich das Meer rund 500 Meter vom Strand zurückgezogen. „Ich konnte die Fische auf dem Meeresboden sehen“, sagte er. Später sei die Welle gekommen, „wie eine schwarze Wand“.

In dem Bezirk Cilacap, der in der Nähe von Pangandaran liegt, wurden mindestens 77 Menschen, wie Polizeisprecher Dody Sumantiawan mitteilte. Mehr als 70 Menschen würden hier noch vermisst. 44 Leichen wurden nach Behördenangaben in Tasikmalaya gefunden, 13 weitere Menschen starben laut Rundfunkberichten an anderen Küstenabschnitten.

Von der Tsunami-Katastrophe an Weihnachten 2004 war Java verschont geblieben. Damals kamen allein auf Sumatra mehr als 130.000 Menschen ums Leben. Insgesamt wurden rund 216 000 Menschen getötet.

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