Ursache des Stromausfalls weiter unklar
Lichter gehen wieder an

Auch am Tag nach dem schlimmsten Stromausfall in der Geschichte Nordamerikas war die Ursache für den Zusammenbruch weiter unklar. Am Freitagmorgen (Ortszeit) blieben im Nordosten der USA und Teilen Kanadas zunächst noch Millionen Haushalte ohne Licht.

HB/dpa NEW YORK. Dagegen kehrte der Strom im Zentrum der US-Metropole New York allmählich wieder zurück. Menschen kamen durch den massiven Blackout, der sich am Donnerstag innerhalb von drei Minuten im Netz ausbreitete, nicht zu Schaden. Zeitweise waren nach Medienberichten rund 50 Millionen Menschen betroffen.

Die USA und Kanada schoben sich gegenseitig die Schuld für das Stromchaos zu: US-Regierungsstellen vermuteten, dass die Ursache für den Stromausfall in einem kanadischen Elektrizitätswerk liegen könnte. Das US-Heimatschutzministerium schaltete sich in die Untersuchungen ein. Auf kanadischer Seite hieß es dagegen, der Auslöser sei in den USA zu suchen. Schon wenige Stunden nach Beginn des Blackouts hatte US-Präsident George W. Bush am Donnerstagabend in San Diego (Kalifornien) klar gestellt, dass es keinen terroristischen Hintergrund gebe.

Betroffen waren neben New York unter anderem auch Cleveland (Ohio), Detroit (Michigan), Erie (Pennsylvania), Toronto und Ottawa (Kanada), Niagara Falls (New York) und Niagara Falls (Kanada). Bis auf wenige Ausnahmen wurde eine Wiederherstellung der Stromversorgung bis zum Freitagnachmittag (Ortszeit) erwartet.

Bereits am Morgen hatten viele Haushalte, Unternehmen und Behörden in den betroffenen Gebieten wieder Energie für Licht, Klimaanlagen oder Telefon. In der Acht-Millionen-Metropole New York gingen vier Stunden nach dem Ausfall die ersten Lichter wieder an. Die Menschen im Stadtteil Manhattan mussten allerdings etwas länger warten - teilweise über 12 Stunden. In der Nacht hatten Tausende von Menschen am Bahnhof Grand Central Station und an Bushaltestellen auf eine Möglichkeit gewartet, nach Hause zu kommen.

Die Zugverbindungen waren auch am Morgen noch zum erheblichen Teil gestört. Auch der Flugverkehr zwischen Deutschland und den USA wurde behindert. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg legte allen Einwohnern von New York und Umgebung nahe, am Freitag einen freien Tag einzulegen. Die New Yorker Börse, der weltgrößte Aktienmarkt, wollte am Freitag aber normal handeln.

Nach Angaben der New Yorker Polizei kam es trotz des Blackouts auch in den Nachtstunden nicht zu einem Anstieg der Kriminalität. Laut CNN waren dort rund 40 000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Der Strom war kurz nach 16.00 Uhr Ortszeit plötzlich weggeblieben. Sowohl im Nordosten der USA als auch in Kanada gab es ein riesiges Chaos. In Metropolen wie New York, Detroit und Toronto saßen Menschen stundenlang in Fahrstühlen und Zügen fest, es kam zu Verkehrszusammenbrüchen. Die Menschen in Bahnen und Fahrstühlen seien inzwischen alle befreit, hieß es.

Ein früher konkreter Verdacht richtete sich gegen das Kraftwerk Niagara Mohawk. Ein Blitzeinschlag in das Kraftwerk im US-Bundesstaat New York sei für den Ausfall des gesamten Netzes verantwortlich, hieß es in Kanada. Diese Vermutung wurde unter anderem im kanadischen Verteidigungsministerium geäußert, aber von den Behörden in New York später bestritten. Später hieß es, das Problem habe in einem Kraftwerk in Pennsylvania begonnen.

Nach Angaben eines Unternehmens, das die Energieversorgung kontrolliert, wurden in Folge des Zwischenfalls in nur drei Minuten insgesamt mehr als 20 Kraftwerke heruntergefahren. Das amerikanische Stromnetz ist so geschaltet, dass von Überlastung betroffene Kraftwerke bei Netzwerk-Problemen sofort abschalten, um schwerwiegende Schäden an ihren Anlagen zu vermeiden. Das Stromversorgungssystem ist aber auch so ausgelegt, dass Blackouts eigentlich sofort eingegrenzt und damit auf ein kleines Gebiet beschränkt bleiben sollten. Dies ist offensichtlich nicht gelungen. Bereits 1965 und 1977 war es in Nordamerika zu vergleichbaren Blackouts gekommen.

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