Ursache für Feuer im Berliner Museum noch unklar
Museum Hamburger Bahnhof entgeht Katastrophe

Das Museum Hamburger Bahnhof in Berlin mit einer der bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst in Europa ist am Sonntagabend nur knapp einer Brandkatastrophe entronnen. Das Feuer zerstörte eine Rauminstallation des Künstlers Kai Althoff mit einem Schätzwert von etwa 50 000 Euro.

HB/dpa BERLIN. Verletzt wurde niemand. 70 Feuerwehrleute suchten mit Atemschutzmasken eineinhalb Stunden nach dem Brandherd. Im dichten Qualm brachten sie gemeinsam mit Museumsmitarbeitern Kunstwerke in Sicherheit. Die Ursache war auch am Montag noch unklar.

„Es hätte noch viel schlimmer kommen können“, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster, während er mit rußverschmierten Händen Kunstwerke aus dem Rauch trug. „Es ist das Trauma schlechthin, dass es in einem Museum brennt“, sagte Schuster.

In diesem Falle hätte es unschätzbare Werke von Joseph Beuys, Andy Warhol, Georg Baselitz und Anselm Kiefer treffen können. Zunächst war die Museumsleitung erleichtert, dass keiner der Besucher oder Mitarbeiter des Museums zu Schaden kam. Das Museum war bereits geschlossen. Das Feuer war gegen 19.45 Uhr im ersten Stock in einem Seitentrakt des historischen Gebäudes ausgebrochen. Noch Stunden später drang Rauch aus den Fenstern.

Ein Raub der Flammen wurden Räume der Sonderausstellung „actionbutton - Neuerwerbungen zur Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland 2000-2002“, die im Mai eröffnet worden war. Das Feuer zerstörte die Rauminstallation „Aus Dir“ des Künstlers Kai Althoff aus dem Jahr 2001. Es stellte eine Hofsituation darstellen, mit Alltagsgegenständen wie Teppichboden, Fahrrädern und Wachs.

Ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäudeteile war laut Polizei wegen der Brandschutzeinrichtungen unmöglich. Ein Brandmelder hatte Alarm gegeben. Außerdem wurde überwiegend Löschschaum und möglichst wenig Löschwasser eingesetzt, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Die meisten Kunstwerke waren in Glasvitrinen.

Der Hamburger Bahnhof unweit des jetzigen Berliner Hauptbahnhofs (Lehrter Bahnhof) wurde im November 1996 als „Museum für Gegenwart“ eröffnet und gehört zu den 17 Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das historische Bahnhofsgebäude, wo schon seit 1884 keine Züge mehr rollen, präsentiert einen Querschnitt zeitgenössischer internationaler Kunst.

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