Ursache noch weiter unklar
New York weiter in Dunkelheit

Acht Stunden nach dem schlimmsten Stromausfall in der Geschichte Nordamerikas haben Manhattan und weitere Bezirke der Acht-Millionen-Metropole New York weiter im Dunklen gelegen. Tausende Menschen warteten am Bahnhof Grand Central Station und an Bushaltestellen auf eine Möglichkeit, nach Hause zu kommen.

HB/dpa NEW YORK. Die Energieunternehmen würden aber schrittweise wieder die Stromversorgung in Gang bringen, versicherte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg am späten Abend. Er rief die New Yorker auf, Geduld zu haben. Die Stromversorgung könne nur schrittweise wieder aufgebaut werden, weil sonst durch eine Netzüberlastung ein erneuter Totalzusammenbruch nicht auszuschließen sei, erklärten Sprecher von Energiefirmen. Der „Blackout 2003“ habe noch nicht klar absehbare Schäden in Stromversorgungsbetrieben angerichtet.

Bloomberg legte allen Einwohnern von New York und Umgebung nahe, an diesem Freitag einen freien Tag einzulegen. „Betrachten sie dies als so etwas wie einen schweren Wintersturm“, riet er. Die Unternehmen würden Verständnis dafür haben, wenn am Freitag viele ihrer Mitarbeiter zu Hause blieben.

Nach Angaben der New Yorker Polizei kam es trotz des „Blackouts“ auch in den Nachtstunden nicht zu einem Anstieg der Kriminalität. Die New Yorker würden sich „bemerkenswert anständig und diszipliniert“ verhalten. Beim letzten großen Stromausfall der Stadt im Jahr 1977 war es in der Bronx, Queens und Harlem zu Unruhen und Plünderungen gekommen. Tausende wurden damals festgenommen.

Etwa 50 Millionen Menschen waren laut Medienangaben von dem Blackout betroffen, der sich kurz nach 16.00 Uhr Ortszeit ereignete. Unklar war die Ursache. Zunächst hatte es geheißen, ein Blitzeinschlag in das Kraftwerk Niagara sei für den Ausfall des gesamten Netzes verantwortlich. Dies wurde von den Behörden in New York später bestritten.

Der Zusammenbruch der Stromversorgung hatte am Donnerstag im Nordosten der USA und in Kanada für ein riesiges Chaos gesorgt. Die US-Bundesstaaten New York und New Jersey riefen den Notstand aus. US- Präsident George W. Bush nannte den Blackout eine „Lektion für unser Land“. Einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht, sagte er am Abend in San Diego (Kalifornien).

Verkehr brach völlig zusammen

Nach dem Beginn des Stromausfalls brach der Verkehr in Metropolen wie New York, Detroit und Toronto fast völlig zusammen. Hunderttausende Menschen saßen zunächst in U-Bahnen und Fahrstühlen fest. In New York konnten aber alle Menschen nach Angaben von Bürgermeister Bloomberg befreit werden. Auf den Flughäfen, die zum Teil zeitweise geschlossen waren, kam es trotz Notstromversorgung zu Verspätungen.

Betroffen waren neben New York auch die US-Städte Detroit (Michigan), Cleveland und Toledo (Ohio), die kanadischen Städte Ottawa und Toronto sowie Dutzende kleinerer Städte. Das Gesamtgebiet, das ein Dreieck bildet, umfasst eine Fläche von rund 200 000 Quadratkilometern. Das entspricht etwas mehr als der Hälfte Deutschlands oder ist fast drei Mal so groß wie Bayern.

Die meisten Krankenhäuser könnten ihren Betrieb mit Notstrom fortsetzen, berichtete Bloomberg. In einer Klinik in Brooklyn sei der Strom allerdings ausgefallen. Sein Rat: „Verbringen Sie die Zeit, gehen Sie in Gaststätten, und morgen früh können Sie sagen, ich war da, als der Strom weg war.“

Bereits 1965 und 1977 war es in Nordamerika zu vergleichbaren Blackouts gekommen. Während es 1977 aber zu Plünderungen und Unruhen gekommen war, gab es offiziellen Angaben zufolge diesmal keine solchen Vorfälle.

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