Ursache unbekannt
149 Menschen sterben bei Absturz ins Wohngebiet

Beim Absturz eines Passagierflugzeuges sind auf der indonesischen Insel Sumatra am Montag 143 Menschen getötet worden. Das Flugzeug ging in Flammen auf. Dabei starben 104 Insassen der Maschine und 39 Menschen am Boden.

HB JAKARTA. Wie durch ein Wunder überlebten 15 Passagiere, die im Heck der Maschine saßen. Die Boeing 737-200 der Mandala Airlines stürzte 500 Meter hinter der Startbahn in ein belebtes Viertel in Medan, der Hauptstadt der Provinz Nord-Sumatra. Die Ursache des Absturzes war zunächst unklar. Die indonesische Fluggesellschaft schloss einen Anschlag oder Sabotage mit großer Wahrscheinlichkeit aus. Die Maschine war mit 112 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern an Bord auf dem Weg in die Landeshauptstadt Jakarta.

„Das Flugzeug war gerade gestartet, als es plötzlich nach links drehte und es einen Stoß gab und wir wirklich schwere Turbulenzen spürten“, sagte ein überlebender Passagier im indonesischen Fernsehen. „Ich sah andere Überlebende, die versuchten, sich zu retten. Aber sie waren zu schwer verletzt.“

Die Maschine stürzte in das Zentrum eines Wohngebietes in der drittgrößten indonesischen Stadt. Es brach auseinander. Aus dem Wrack schlugen Flammen. Mehrere Häuser, Autos und Motorräder in der Umgebung fingen ebenfalls Feuer. Dichter, schwarzer Rauch stieg auf.

An der Unglücksstelle spielten sich dramatische Szenen ab. Menschen liefen panisch umher und riefen die Namen von Angehörigen. „Ich bin etwa zehn Minuten nach dem Unfall eingetroffen. Überall waren brennende Leichen“, sagte ein Reporter. „Etwa zehn Häuser standen in Flammen und fünf bis sechs Kleinbusse. Das Flugzeug war zerbrochen.“ Insgesamt wurden etwa 20 Häuser durch das Feuer beschädigt. Unter den Toten ist auch der Gouverneur der Provinz und sein Vorgänger. Medan ist der wichtigste Verbindungspunkt für die Hilfslieferungen in die Provinz Aceh, die schwer von der Tsunami-Katastrophe im Dezember betroffen ist.

Eine Krankenschwester sprach von chaotischen Zuständen im Krankenhaus. „Die Rettungskräfte bringen immer mehr Opfer herein, sowohl Passagiere als auch Bewohner. Einige leben noch, andere sind tot.“ Viele Opfer sind den Berichten zufolge bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Ein Sprecher der Fluggesellschaft sagte, vermutlich habe ein Fehler beim Start zu dem Absturz geführt. Es sei aber unklar, ob der Absturz auf Triebwerksprobleme, menschliches Versagen oder das Wetter zurückzuführen sei. Mandala Airlines zählt zu den ältesten privaten Fluggesellschaften Indonesiens. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Wettbewerb im indonesischen Luftverkehr durch zahlreiche Billigflieger verschärft. Das schwerste Flugzeugunglück in Indonesien ereignete sich 1997. Beim Absturz eines Airbus im Berggebiet nahe Medan kamen damals alle 234 Menschen an Bord ums Leben.

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